NaWaRo / Wald

Montag, 4. Juni 2007
HAPPACH-KASAN: Armut bekämpfen, illegalen Holzeinschlag eindämmen, naturnahe Wälder schützen

Zum G8 Illegal Logging Dialogue Berlin Legislators Forum erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: 15 Mio. ha naturnaher Wälder gehen jedes Jahr verloren. In Afrika, Asien, Südamerika und auch in Europa hat daran der illegale Holzeinschlag einen erheblichen Anteil. Nach Schätzungen von WWF-Deutschland werden z. B. im Amazonasgebiet bis zu 80 Prozent des Holzes illegal eingeschlagen, in Russland bis zu 60 Prozent. Die Berichte aus Indonesien dokumentieren einen ungehemmten Raubbau an den Wäldern. Die Zertifizierung der Waldbewirtschaftung hat in Ländern ohne starke Regierungen nicht den erhofften Erfolg gebracht. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen wird die Situation zusätzlich verschärfen und den Anreiz, Wälder abzuholzen, um Fläche für den Sojaanbau zu schaffen, erhöhen. Dem muss entgegengewirkt werden zum Schutz der Wälder und um die energetische Nutzung von Biomasse nicht in Misskredit zu bringen. Laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) stammen bis zu 30 Prozent der zusätzlichen Belastungen der Atmosphäre mit CO2 aus der Zerstörung von Wäldern, insbesondere durch illegalen Holzeinschlag. Das zeigt, welche Dimension die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags für eine verantwortungsvolle Klimapolitik hat. Die FDP unterstützt den Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag. Die Waldnutzung in Entwicklungsländern muss wesentlich der heimischen Bevölkerung zugute kommen. Deutschland ist nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Importeur von Holz und Holzprodukten. Deshalb haben wir eine besondere Verantwortung, dass von uns genutztes Holz nur aus nachhaltiger Bewirtschaftung von Wäldern stammt. Der Import von illegal eingeschlagenem Holz nach Europa muss unterbunden werden. Wir appellieren an die Unternehmen des Holzhandels, sich ihrer Verantwortung gegenüber der nachhaltigen Nutzung von Wäldern und gegenüber ihren Kunden stärker bewusst zu werden. Nur eine nachhaltige Forstwirtschaft gewährleistet, dass uns der nachwachsende Rohstoff Holz auch in Zukunft ausreichend zur Verfügung steht. Wir brauchen die Urwälder für die Menschen vor Ort, für den Schutz des Klimas, den Erhalt der Wasserreserven und insbesondere den Erhalt der Artenvielfalt. Artenvielfalt sichert biologische Informationen. Deshalb sind die Urwälder die Schatzkammern der Erde. Für die Bekämpfung beider Ursachen der Zerstörung der Urwälder, den illegalen Raubbau und die bedrückende Armut der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten, müssen wir eine jeweils eigene Strategie finden. Holz aus illegalem Raubbau darf bei uns keinen Markt finden und nicht zu Dumpingpreisen angeboten werden. In Deutschland hat sich auf Grund der hohen Bedeutung, die die Wälder seit Jahrhunderten für die Sicherung der Existenz der Menschen, die Entwicklung von Wohlstand hatten, ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Bedeutung von Wald und den Schutz der Wälder entwickelt. Das ist vorbildlich, seit mehreren Jahrhunderten gesetzlich festgeschrieben und wird durch Behördenvollzug überwacht. Wir sollten versuchen, den armen Ländern der Erde zu helfen, ihre Wälder für die Bekämpfung der Armut zu nutzen und gleichzeitig ein Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes ihrer Wälder und deren nachhaltige Nutzung zu entwickeln. Dafür ist eine Stärkung des Regierungshandelns erforderlich. Statt weiterer internationaler Verordnungen ist Hilfe zur Selbsthilfe die wichtigste Aufgabe internationaler Entwicklungshilfepolitik.

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