Schleswig-Holstein

Mittwoch, 9. Mai 2007
Happach-Kasan: Bundesregierung betreibt Kahlschlagspolitik bei der Agrarressortforschung

Zur Anhörung zur Neustrukturierung der Agrarressortforschung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestags erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Schleswig Holstein, Christel Happach-Kasan: Die Bundesregierung betreibt Kahlschlagspolitik in der Forschungsförderung und zerstört die vorhandenen Exzellenznetzwerke. Es ist nicht hinnehmbar, dass Bundesminister Horst Seehofer an einer Verlagerung des Instituts für Physiologie und Biochemie der Ernährung von Kiel nach Karlsruhe festhalten will. Auch die Mehrzahl der zur Anhörung geladenen Sachverständigen bewertete das von der Bundesregierung vorgelegte Konzept zur Umstrukturierung der Agrarressortforschung kritisch. Prof. Hans-Peter Piorr von der FH Eberswalde erklärte sogar, wenn dieses Konzept eine Diplomarbeit wäre, würde sie bei ihm durchfallen. Prof. Siegfried Wolffram von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hielt ein flammendes Plädoyer für den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Kiel. Nur die Vernetzung zwischen Forschungseinrichtungen und Universitäten sichere den für zukünftige Kreativität und Innovation notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs, so seine Kernaussage. Über Jahre gewachsene Cluster wie in Kiel dürften nicht so einfach zerschlagen werden. Kurz vor der Anhörung hatte Bundesagrarminister Horst Seehofer einem bayrischen Standort eine Stellenerhöhung von 30% gegenüber dem vorgelegten Konzept versprochen und damit selbst das Konzept in Frage gestellt. Die überproportionale Förderung süddeutscher Institute widerspricht der Bedeutung der Ernährungs- und Landwirtschaft in Nord- und Ostdeutschland. Es ist ein Armutszeugnis dieser Bundesregierung, dass das heute beratene Konzept dem selbst gestellten Anspruch nach Stärkung der wissenschaftlichen Exzellenz und Erreichung von Zukunftsfähigkeit nicht genügen kann.

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