NaWaRo / Wald

Mittwoch, 31. Mai 2006
Einführungsrede auf der Anhörung 'Nachwachsende Rohstoffe und die Potentiale ihrer energetischen Nutzung. Sprechen ethische Aspekte gegen das Verbrennen von Getreide?'

Die Bereitstellung einer effizienten, nachhaltigen und kostengünstigen Energieversorgung hat in einem Industrieland wie Deutschland eine herausragende Bedeutung. Die landwirtschaftliche Produktion nachwachsender Rohstoffe und deren energetische Nutzung leisten dabei zurzeit noch einen geringen Beitrag. Nur 4,6% des Primärenergiebedarfs werden durch erneuerbare Energien gedeckt, davon etwa die Hälfte aus Biomasse. Das ist wenig, es zeigt aber auch, dass die Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger ist und eine deutlich höhere Bedeutung besitzt als die Windenergie. Das Potential der energetischen Nutzung von Biomasse ist sogar bedeutend höher und wird auf etwa 10% des Primärenergieverbrauchs geschätzt. Pflanzen speichern die Energie der Sonne. Biomasse ist gespeicherte Sonnenenergie. Biomasse steht zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Dies ist ein entscheidender Vorteil. Zurzeit stehen die Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen zusammen mit Energiemais in Biogasanlagen sowie die Produktion von Kraftstoffen auf der Basis von Rapsöl im Vordergrund. In beiden Fällen werden nachwachsende Rohstoffe energetisch verwertet, die traditionell ebenfalls als Futtermittel wie auch als Nahrungsmittel genutzt werden. Inzwischen wird zunehmend intensiver diskutiert, unter welchen Rahmenbedingungen die Verbrennung von Getreide eine weitere Möglichkeit der energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe darstellt und wie dies ethisch zu bewerten ist. Denn das Verbrennen von Getreide, das auch zum Brotbacken geeignet ist, stößt auf ethische Vorbehalte. Andererseits ist die Bereitstellung von Energie in gleicher Weise lebensnotwendig wie die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Das Verbrennen von Getreide, das auf Grund der Belastung z. B. mit Pilzgiften nicht zur Ernährung oder Verfütterung geeignet ist, steht nach Auffassung der FDP außer Frage. Die Umweltminister von Bund und Ländern haben einen Zweistufenplan zum Einstieg in die Getreideverbrennung beschlossen. Kurzfristig soll die Getreideverbrennung unter Berücksichtigung der technisch möglichen Emissionsgrenzwerte zugelassen werden. In einem zweiten Schritt soll die Bundesimmissionsschutzverordnung umfassend novelliert werden. Für die energetische Nutzung von Getreide müssen verschiedene Probleme gelöst werden: Rechtliche Probleme: Änderung der Bundesimmissionsschutzverordnung. Technische Probleme: Entwicklung technischer Anlagen, die eine Getreideverbrennung bei Einhaltung ähnlicher Standards der Luftreinhaltung ermöglichen wie sie bei der Verbrennung anderer zugelassener Brennstoffe eingehalten werden. Verbesserung der Verbrennung und Minderung der Aschemenge. Nur die Zulassung der Getreideverbrennung gibt den notwendigen Anreiz, entsprechende Technologien zu entwickeln, die die Einhaltung der erforderlichen Standards der Luftreinhaltung ermöglichen. Ethische Probleme: Vorbehalte in der Bevölkerung gegenüber dem Verbrennen von Getreide. Der Weltmarktpreis für ein Barrel Rohöl liegt derzeit bei über 70 Euro. Erdöl ist damit so teuer wie nie zuvor. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass der Ö

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