NaWaRo / Wald

Mittwoch, 28. März 2007
HAPPACH-KASAN: Bundesregierung muss 'Kyrill'-Schäden ernst nehmen

BERLIN. Zur heutigen Diskussion um die Schäden am Deutschen Wald durch den Orkan "Kyrill' im Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erklärt die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: Einen Tag vor Ablauf der Frist wird die Bundesregierung bei der EU einen Antrag auf Mittelzuweisung aus dem EU-Solidaritätsfonds stellen, so Staatsekretär Gerd Müller im Ausschuss. Das ist fast zu spät. Dieses Handeln in letzter Minute lässt befürchten, dass die Bundesregierung die existenzielle Bedrohung für betroffene Waldbesitzer nicht ernst genug nimmt. Die FDP-Bundestagfraktion fordert die Bundesregierung auf, mit der EU eine baldige Notifizierung der Gemeinschaftsaufgabe für die Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) zu erreichen, damit Mittel für Aufforstungsprogramme und die Wiederherstellung der Wege zur Verfügung stehen. Durch Forstschutzmaßnahmen muss sichergestellt werden, dass die Holzpolder nicht zu Brutstätten des Borkenkäfers werden. Nach dem Bericht von Frau Ute Seeling, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer (AGDW), beläuft sich der Gesamtschaden durch den Orkan "Kyrill' auf 32,2 Millionen Kubikmeter Holz. Die finanziellen Schäden belaufen sich auf 3,9 Millionen Euro. 60 Millionen Bäume sind gefallen, das ist die Hälfte des jährlichen Holzeinschlags in Deutschland. Die Bundesländer sind sehr unterschiedlich betroffen, am stärksten hat der Orkan in Nordrhein-Westfalen gewütet, gefolgt von Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Mehrere tausend Waldbesitzer sind teilweise bis zu 100 Prozent geschädigt worden. Für diese Waldbesitzer ist es wichtig, steuerliche Erleichterungen zu erhalten die von den Ländern zu gewähren sind. Auch wenn Sofortmaßnahmen gegriffen haben - jetzt gilt es, die große Holzmenge schnellstmöglich aufzuarbeiten, bürokratische Hindernisse bei der Genehmigung von Nasslagern zu überwinden und die Verkehrssicherheit im Wald wiederherzustellen, damit die touristische Nutzung im Sommer nicht gefährdet wird.

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