NaWaRo / Wald

Mittwoch, 23. März 2005
Gefährdung heimischer Greifvogel- und Fledermausarten durch Windkraftanlagen

Zu der an die Bundesregierung gerichteten kleinen Anfrage 'Gefährdung heimischer Greifvogel- und Fledermausarten durch Windkraftanlagen' erklärt die Sprecherin für ländliche Räume der FDP-Bundestagsfraktion, Christel HAPPACH-KASAN:

Zur Zeit werden in Deutschland etwa 16.000 Windkraftlagen betrieben. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist die verstärkte Nutzung der Windenergie zur Stromproduktion. Neueste Studien zeigen, dass Vogel- und Fledermausarten, die in der EU-Vogelschutz-Richtlinie als 'prioritäre Arten' aufgeführt sind, Anflugopfer in Windkraftanlagen werden. Besonders die in Deutschland streng geschützten Greifvogelarten wie der Seeadler und der Rote Milan werden nach diesen Untersuchungen überdurchschnittlich häufig von den Rotorblättern von Windkraftanlagen erschlagen. Die zentrale Fundkartei der Staatlichen Vogelschutzwarte im Landesumweltamt Brandenburg weist für die vergangenen zehn Jahre alleine 40 durch Windkraftanlagen getötete Rotmilane sowie 13 tote Seeadler auf. Die Hälfte aller Brutpaare des Roten Milan brütet in Deutschland. Daher hat Deutschland eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser Greifvogelart. Vor diesem Hintergrund hat die FDP-Bundestagsfraktion die Kleine Anfrage zur Gefährdung heimischer Vogel- und Fledermausarten durch Windkraftanlagen gestellt. Entsprechend den Ergebnissen der Jahreskonferenz Erneuerbare Energien am 22. Februar 2005 in Berlin hatten im Jahr 2004 die erneuerbaren Energien insgesamt einen Anteil von 3,6 Prozent am Primärenergieverbrauch in Deutschland, die Windkraft nur einen Anteil von 0,63 Prozent, also weniger als 1 Prozent. Es stellt sich die Frage, ob der geringe Beitrag der Windkraft für die Energieversorgung in Deutschland die Gefährdung von Vögeln und Fledermäusen rechtfertigt. Gleichzeitig werden mit dem Schutz prioritärer Arten Verzögerungen und schwerwiegende Änderungen neuer Infrastrukturmaßnahmen sowie die Ausweisung von FFH-Gebieten begründet. Damit entsteht der Eindruck, dass beim Artenschutz mit zweierlei Maß gemessen wird: Bei Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur wird jedes einzelne Vogelpaar einer prioritären Art geschützt, aber sein Tod in einer Windkraftanlage wird billigend in Kauf genommen. Und durch das EEG werden Stromkunden gezwungen, dies zu finanzieren.

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