Schleswig-Holstein

Dienstag, 30. Juli 2002
Kein begründeter Verdacht auf eine Verursachung der Leukämien durch radioaktive Strahlung

Vor mehr als 10 Jahren sind in der südlichen Elbmarsch mehrere Kinder an Leukämie erkrankt. Eine Leukämiekommission wurde eingerichtet, um die Erforschung der Ursachen zu koordinieren. Die Arbeit der Kommission wurde durch ihren Vorsitzenden, Prof. Dr. Otmar Wassermann, wie auch andere Mitglieder behindert. Diese haben als Schwerpunkt weniger die Ursachenforschung gesehen als vielmehr eine Gelegenheit, die kerntechnischen Anlagen in Geesthacht zum Sündenbock zu machen.



Damit sind sie gescheitert.



Das Strahlenbiologische Gutachten bestätigt, was andere Gutachter bereits mehrfach festgestellt haben, 'dass auf Grund der festgesetzten und tatsächlichen Emissionen kein begründeter Verdacht auf eine Verursachung der Leukämien durch die radioaktive Strahlung des örtlichen Atomkraftwerks besteht', so Staatssekretär Wilfried Voigt in seiner Presseerklärung.



Der beauftragte Gutachter, Dr. habil Frederik Stevenson, ist gleichzeitig Geschäftsführer der Leukämiekommission. Termin für die Vorlage des Gutachtens war Ende 1998. Die Verspätung von mehr als 3 Jahren wie auch die Honorarkürzungen durch die Landesregierung zeigen, dass der Gutachter nicht ausreichend qualifiziert, der Auftrag an ihn politisch begründet war.



Es ist nicht schädlich, aber es ist außerordentlich teuer, bekannte Tatsachen von immer wieder anderen Gutachtern bestätigen zu lassen. 10 Mio. DM hat die Landesregierung dafür bereits ausgegeben.



Schon vor 7 Jahren wies der Mainzer Medizinstatistiker Prof. Dr. Jörg Michaelis darauf hin, dass es Hinweise gibt, dass die Erkrankung von Kleinkindern an Leukämie vermutlich durch Infektionen verursacht wird, auf die das Immunsystem der Kinder überreagiert. Diese Hypothese wurde durch die große Europäische Leukämiestudie bestätigt. Im Euroclus-Projekt wurden über 13 500 Leukämieerkrankungen von Kindern untersucht und etwa 240 Regionen, in denen Leukämie gehäuft aufgetreten ist. Angesichts der international vorliegenden Erkenntnisse ist die Gutachtenvergabe der Landesregierung als rein ideologisch begründete Verschwendung von Steuergeldern zu bewerten

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