Schleswig-Holstein

Dienstag, 26. November 2002
Nur ein BSE-Fall im Lauenburgischen

Landesregierung hält Empfehlung für freiwillige BSE-Tests nicht aufrecht Anlässlich des 2. BSE-Jahrestages sagte die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, heute in Kiel: 'Zwei Jahre nach dem ersten in Schleswig-Holstein aufgedeckten BSE-Fall ist noch immer nicht aufgeklärt, woran die Rinder sich infiziert haben. Die Zahl der BSE-Fälle ist in Schleswig-Holstein gegenüber dem vergangenen Jahr leicht gestiegen (von 12 auf 14), die Inzidenz für BSE bezogen auf die Zahl der Milchkühe ist im bundesweiten Vergleich in Schleswig-Holstein am höchsten (74,5 BSE-Fälle pro 1 Mio. Kühe). Dagegen ist in den süddeutschen Ländern in 2002 die Zahl der BSE-Fälle gegenüber der im vergangenen Jahr gesunken. Auch der Landesregierung ist diese relative Häufung der BSE-Feststellungen im Lande ausweislich ihrer Antwort auf meine Kleine Anfrage zur Entwicklung der BSE-Fallzahlen in Schleswig-Holstein (Drs. 15/2270) bekannt. Leider zieht sie daraus nur sehr zögerlich die erforderlichen Konsequenzen. Die angekündigte Fallkontrollstudie zum Zusammenhang zwischen Fütterungspraktiken und dem Auftreten von BSE ist ein richtiger Schritt - nur sie kommt sehr spät. Die Landesregierung ignoriert, dass die vorgelegten BSE-Fallzahlen zumindest ein Indiz dafür sind, dass in Norddeutschland vermehrt Futtermittel, möglicherweise Milchaustauscher, verfüttert wurden, die infektiöse Prionen enthielten. Die staatlichen Futtermittelkontrollen haben versagt. "Die freiwilligen BSE-Tests bei Rindern jünger als 24 Monate sind kein Gewinn an Sicherheit, wie die Ministerin glauben machen will, aber sehr wohl ein Kostenfaktor für die Betriebe,” kritisierte Christel Happach-Kasan. "Bei 900 000 bundesweit durchgeführten BSE-Tests bei Rindern jünger als zwei Jahre waren alle Ergebnisse negativ, bei 5,3 Mio Tests insgesamt waren von 226 Tieren mit BSE nur zwei jünger als drei Jahre,” führte Happach-Kasan aus. Sie wies darauf hin, dass vor diesem Hintergrund die Landesregierung ihre bisherige Empfehlung, auch Tiere jünger als 2 Monate testen zu lassen, anders als die Presseerklärung vermuten lässt, zu Recht nicht aufrecht erhalten hat (vgl. Antwort auf die Fragen 4 und 5 der Kleinen Anfrage). von 27 registrierten BSE-Fällen in Schleswig-Holstein wurden nachgewiesen in: Dithmarschen 8 Rendsburg-Eckernförde 6 Schleswig-Flensburg 6 Nordfriesland 3 Stormarn 2 Steinburg 1 Herzogtum Lauenburg 1 Der vollständige Text der Antwort der Landesregierung kann erbeten werden unter Tel.: 0431/988 1495 (FDP-Landtagsfraktion)

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