NaWaRo / Wald

Mittwoch, 24. Januar 2007
Happach-Kasan: Weniger Berichte, mehr aktives Handeln für den Wald

BERLIN. Zu den Meldungen, der deutsche Wald bleibe trotz geringfügiger Verbesserungen schwer geschädigt, erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: Die bisher jährlichen Berichte über den Waldzustand zeigen die Auswirkungen der Bodenversauerung durch den Schadstoffeintrag der letzten Jahrzehnte auf die Wälder. Die Versauerung schädigt die Bäume schwer und gefährdet in einigen Regionen durch den Austrag von Schwermetall-Ionen das Trinkwasser. Die beobachteten klimatischen Veränderungen bewirken eine weitere Belastung der Bäume, die gleichzeitig die Anfälligkeit der Nadelbäume für den Befall mit Borkenkäfern (s. Drucksache 16/3859), der Laubbäume für den Befall mit dem Pilz Phytophthora (s. Drucksache 16/1048) erhöhen. Der Sturm Kyrill hat insbesondere in Nordrhein-Westfalen erhebliche Waldschäden verursacht und die Notwendigkeit des Aufbaus stabiler Wälder deutlich gemacht. Die wissenschaftliche Relevanz der Waldzustandsberichte steht seit langem im Zweifel, da das Erhebungsverfahren sehr stark von Zufälligkeiten abhängig ist. Der Blick in die Baumkronen ist kein zuverlässiges Verfahren zur Beurteilung der mittel- und langfristigen Gesundheit der Bäume. Deshalb unterstützt die FDP-Bundestagsfraktion das Bestreben der Bundesregierung, auf die Erstellung jährlicher Berichte zu verzichten. Wir brauchen weniger Berichte über bekannte Tatsachen und mehr aktive Maßnahmen zum Schutz der Wälder, z. B. Kompensationskalkungen in Regionen, in denen dies erforderlich ist. Außerdem sollte eine neue Bundeswaldinventur auf den Weg gebracht werden. Die letzte Bundeswaldinventur war deutlich aussagekräftiger als es die jährlichen Waldzustandsberichte sind und eine gute Grundlage für die Wald- und Holzwirtschaft. Da die in den Berichten ausgesprochenen Empfehlungen zur Minderung der Waldschäden, wie z. B. die Durchführung von Kompensationskalkungen in der Regel keinerlei staatliche Handlungen zur Folge haben, sollte die Bundesregierung mehr für den Schutz der Wälder tun und weniger Berichte schreiben. Die inzwischen von der Bundesregierung vorgenommene Anerkennung der Wälder als CO2-Senken ist von der FDP-Bundestagsfraktion mehrfach beantragt worden (BT-Drucksache 16/2088) und wird unterstützt.

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