NaWaRo / Wald

Freitag, 22. Dezember 2006
Happach-Kasan: Bundesregierung soll Forstpolitik stärker in den Fokus rücken

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zu Schäden in der deutschen Forstwirtschaft durch Dürre und Käferbefall erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Entscheidende Fragen lässt die Bundesregierung in Ihrer Antwort offen. So zum Beispiel die Frage der Novellierung des Bundeswaldgesetzes. Auch der Konflikt zwischen der aus Naturschutzgesichtspunkten wünschenswerten Steigerung des Totholzanteils im Wald mit der gesetzlichen Notwendigkeit der Verkehrssicherung findet bei der Bundesregierung wenig Beachtung. Insgesamt steht die Forstpolitik nicht im Fokus dieser Regierung. Das ist nicht sachgerecht. Die Schadenshöhe auf den BVVG-Flächen durch Borkenkäferbefall schätzt die Bundesregierung allein für dieses Halbjahr auf 2,2 Millionen Euro. Nach dem trockenheißen Sommer 2006 wurden besonders in Süddeutschland gravierende Schäden durch Borkenkäferbefall in der Forstwirtschaft festgestellt. In einigen Landesteilen haben sich die Borkenkäfer auf Grund der langen Trockenperiode im Sommer explosionsartig vermehrt. Auch gesunde Bäume wurden befallen und zum Absterben gebracht. Allein in Baden-Württemberg sind bis zum Frühherbst diesen Jahres bereits 1,4 Mio. m3 Borkenkäferholz angefallen. Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) rechnet hier mit einem Anstieg auf über 2,0 Mio m3 Käferholz bis zum kommenden Frühjahr. In Bayern sind die Verhältnisse ähnlich dramatisch. Die Käferpopulationen sind in einigen Bundesländern so hoch, dass nach Ansicht von Experten selbst bei normalem Witterungsverlauf im kommenden Jahr kaum eine erfolgreiche Bekämpfung möglich erscheint. Schäden und Befallslage geben Anlass zu der Befürchtung, dass es regional zu größeren Ausfällen besonders bei der Fichte mit entsprechenden Wertverlusten kommen wird. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin befürwortet die Bundesregierung die Durchführung von forstlichen Kompensationskalkungen auf von Bodenversauerung betroffenen Standorten. Diese können von Waldbesitzern mit bis zu 90 % der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Dies ist immerhin ein Lichtblick, denn die Versauerung der Böden schwächt die Vitalität der Bäume und kann durch Schwermetallaustrag das Trinkwasser gefährden. Daher sind Kompensationskalkungen notwendige Maßnahmen zur Stabilisierung unserer Wälder.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema