Fischerei

Donnerstag, 21. Dezember 2006
HAPPACH-KASAN: Illegaler Fischfang muss auch in EU-Gewässern massiv bekämpft werden

BERLIN. Zur Einigung in der EU über die Fischfang-Quoten erklärt die Fischerei-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: Das Ergebnis und die Verhandlungsführung der Bundesregierung beim Fischereirat der EU können nicht zufrieden stellen. Die Fangquoten für Kabeljau, Dorsch, Seezunge und Scholle wurden deutlich gesenkt. Gleichzeitig gibt es zusätzlich zum legalen Fischfang entsprechend der festgesetzten Quoten einen erheblichen illegalen Fischfang. In der Ostsee zum Beispiel stammen nach Angaben von ICES (International Council for the Exploration of the Sea) bis zu 30 Prozent des angelandeten Dorschs aus illegalem Fischfang. Im letzten Jahr wurden 15 000 Tonnen illegal gefischt. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Festlegung von Fangquoten nur, dass die legal fischenden Fischer in ihren Fangmöglichkeiten eingeschränkt werden, der illegale Fischfang jedoch munter weitergeht. Die Ostsee ist inzwischen ein EU-Binnenmeer. Die EU ist gefordert, den insbesondere von Fischern aus den neuen Beitrittsländern praktizierten illegalen Fischfang zu unterbinden. Nur so wird eine Erholung der Fischbestände in der Ostsee ermöglicht und die EU erhält ein Stück Glaubwürdigkeit zurück. Durch das Fehlen des deutschen Verbraucherministers bei den Verhandlungen hat die Bundesregierung ihr Desinteresse an der Fischerei und dem Schutz der Meere auf offener Bühne zugegeben. Dieses mangelnde Engagement von Minister Seehofer ist ein Grund für das bescheidende Ergebnis, das aus deutscher Sicht nicht befriedigend ist. Die Vorstellungen von Wissenschaftlern und Umweltverbänden, die Fischerei völlig einzustellen, sind unrealistisch. Zu viele Existenzen sind von der Fischerei abhängig. Im Übrigen hat die deutsche Fischerei bereits in großem Umfang ihren fischereilichen Aufwand gemindert. Es muss zukünftig sichergestellt werden, dass die Laichgebiete geschützt werden und die Industriefischerei mittelfristig eingestellt wird, damit Jungfische bis zur Laichreife heranwachsen können.

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