Grüne Gentechnik

Montag, 18. September 2006
Happach-Kasan: Panne beim Gen-Reis kein Grund für Vorbehalte

BERLIN. Zur anstehenden Entscheidung über die Zulassung des Imports von gentechnisch verändertem Raps in die EU erklärt die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Die Aufregung über die Funde von gentechnisch verändertem Reis ist übertrieben. Sie darf nicht dazu führen, Sorten, die die Wertprüfungen bestanden haben, nicht zuzulassen. Das wäre reine Willkür. Dadurch würde die Glaubwürdigkeit des rechtsstaatlichen Handelns der EU gefährdet. Niemand käme auf die Idee, europäische Kleinwagen in den USA nicht zuzulassen, nur weil die A-Klasse den ersten Elchtest nicht bestanden hat. Die Pannen beim Umgang mit einer Zuchtlinie mit gentechnisch verändertem Reis in den USA rechtfertigen nicht die Verweigerung der Zulassung des Imports einer transgenen Rapssorte in die EU. Der Import von Produkten in die EU, die nicht zugelassene Sorten enthalten, muss unterbunden werden. Alle darüber hinausgehenden Maßnahmen sind der "political correctness' geschuldet und lassen jegliches Augenmaß vermissen, da die Sicherheit des Reises von niemandem infrage gestellt wird. Die Mär vom angeblichen Verlust der Kontrolle über diese Reislinie ist ein Schauermärchen, erdacht von Gentechnik-Gegnern, denen schon lange die Argumente ausgegangen sind. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2003 gibt es in Deutschland die unkontrollierte Ausbreitung unter anderem der Herkulesstaude, einer Zierpflanze, die Verbrennungen verursacht, der spät blühenden Traubenkirsche oder der Wasserpest. Dies alles sind Wildpflanzen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gelangt sind. Landwirtschaftliche Nutzpflanzen sind in der Regel zu spezialisiert und auf die Pflege durch Landwirte angewiesen, als dass sie sich unkontrolliert ausbreiten könnten. Es ist an der Zeit, dass die Rationalität im Umgang mit der Grünen Gentechnik in Deutschland endlich Einzug hält. Ansonsten ist die High-Tech-Strategie der Bundesregierung in weiten Teilen zum Scheitern verurteilt.

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