Grüne Gentechnik

Donnerstag, 7. September 2006
HAPPACH-KASAN: Freilandverbote von gentechnisch veränderten Pflanzen verhindern Arbeitsplätze

BERLIN. Zur Forderung nach einem Verbot der Aussaat von gentechnisch verändertem Weizen in Gatersleben in Sachsen-Anhalt erklärt die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN: Verbote von Freilandversuchen mit gentechnisch veränderten Pflanzen verhindern Innovationen und Arbeitsplätze in Deutschland. Die gerade von der Bundesregierung ins Leben gerufene High Tech Strategie ist unter den herrschenden innovationsfeindlichen Rahmenbedingungen zum Scheitern verurteilt. Leidtragende sind junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft in Deutschland suchen, die Arbeitnehmer und Unternehmen in Deutschland. Die FDP lehnt politische Verbote von Freisetzungsversuchen ab. Institutionen und Unternehmen müssen die Rechtssicherheit haben, dass Freisetzungsversuche, die im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften geplant werden, auch durchgeführt werden können. Andernfalls führt dies zu einer Abwanderung von Betrieben. Die bestehenden Genehmigungsverfahren beruhen auf einem hohen Wissensstand und jahrzehntelangen Erfahrungen über die für Freisetzungsversuche erforderlichen Rahmenbedingungen. Politisch motivierte Verbote verkennen dies völlig Das Leibnitz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung plant einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem Weizen, der je ein Gen aus der Ackerbohne und aus der Gerste enthält. Ziel des Versuchs ist es, im Freilandversuch nachzuprüfen, ob die Anreicherung von Proteinen in den Weizenkörnern auch im Freiland gelingt. Proteine gehören zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Der Versuch muss vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit genehmigt werden. Es gibt keinerlei Hinweise, dass das Bundesamt bei der Prüfung der Versuchsunterlagen die notwendige Sorgfaltspflicht nicht wahrt. Die Gendatenbank des Leibnitz-Instituts, in der 150.000 Muster von 2.500 Arten von Kulturpflanzen und nahe verwandten Wildpflanzen erhalten werden, ist kein Grund, den Versuch zu verbieten. Es ist in den vergangenen 50 Jahren gelungen, die Arten und Sorten in ihrer ursprünglichen genetischen Ausstattung zu erhalten. Der Versuch wird in einem Abstand von 500 m zu den nächsten Flächen mit Weizenanbau durchgeführt. Weizen ist überwiegend selbstbestäubend. Weizenpollen haben eine Reichweite von etwa 60 m, ihre Befruchtungsfähigkeit beträgt laut Information des Umweltbundesamtes (62/97) unter optimalen Bedingungen maximal zwei Stunden. Eine Gefährdung der Sorten der Gendatenbank ist somit ausgeschlossen. Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Sorten gefährden im übrigen die Sorten der Gendatenbank nicht mehr als der Anbau herkömmlich gezüchteter Sorten.

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