Grüne Gentechnik

Mittwoch, 21. Juni 2006
Happach-Kasan: Freisetzungsversuch von Kartoffeln weiterer Erfolg für die Grüne Gentechnik

Zum Freisetzungsversuch von gentechnisch veränderten Kartoffeln bei Rostock erklärt die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan: Bundesminister Seehofer hat frei von Sachverstand festgestellt, dass in Deutschland nur transgener Mais angebaut werden solle. Heute werden gentechnisch veränderte Kartoffeln bei Rostock ins Freiland gepflanzt. Freisetzungsversuche zielen auf einen späteren kommerziellen Anbau. Weiß der Minister nicht, was in seinem Ministerium vor sich geht? Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Versuche genehmigt, das Bundesnaturschutzamt keine grundsätzlichen Vorbehalte geäußert. Der erste Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Kartoffeln ist bereits im Jahr 2003 in Bayern durchgeführt worden. Die damals begonnene Versuchsreihe mit transgenen Kartoffeln, die einen erhöhten Gehalt an Zeaxanthin hatten, einem Karotinoid, das die Sehleistung älterer Menschen verbessern hilft, ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen worden. Die Bundesregierung hat den Erfolg dieses Projekts als "vielversprechend' bewertet. (Drucksache 16/1458). Für die FDP-Bundestagsfraktion sind die Freisetzungsversuche ein weiterer Schritt, mit der Anwendung der Grünen Gentechnik Kulturpflanzen mit optimierten Eigenschaften zu züchten. Dadurch wird deren Nutzung als nachwachsende Rohstoffe gefördert, eine kostengünstige Methode zur Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen erprobt. Kartoffeln sind für diese Züchtungen besonders geeignet: Sie haben keine wild wachsenden Kreuzungspartner, dadurch kann es nicht zu Auskreuzungen mit Wildpflanzen kommen, es gibt anders als beim Mais über 200jährige Anbauerfahrungen. Diese helfen, die Versuche so auszulegen, dass keine Nachteile für die Natur entstehen. Verschiedene geäußerte Befürchtungen sind ohne Relevanz. Die Beeren aller Kartoffeln sind giftig und werden daher wenig gefressen. Dennoch werden alle Beeren abgesammelt. Das ist doppelte Sicherheit. Auskreuzungen in andere Kartoffeln sind ohne Bedeutung, da die Kartoffel-Knollen geerntet werden und nicht die Beeren.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema