NaWaRo / Wald

Freitag, 1. November 2002
Kleine Anfrage zum Thema: Thermische Verwertung von Getreide, das nicht als Futter geeignet ist

Die Getreideernte ist in diesem Jahr geringer ausgefallen als in anderen Jahren und die Qualität ist deutlich schlechter. Ursache ist das feuchte Wetter, das unter anderem zu einem stärkeren Befall mit Pilzen geführt hat. Getreide mit Pilzbefall eignet sich nicht einmal als Viehfutter. Doch was soll damit geschehen? Um es thermisch zu verwerten muss eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Bayern hat für ein halbes Jahr eine solche Ausnahmegenehmigung erteilt. Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat sich noch nicht geäußert. Ihre Position wird in der unten stehenden Kleinen Anfrage abgefragt. Die Antwort erfolgt spätestens bis zum 20. November. Ich frage die Landesregierung: 1. Wie wird die Qualität der diesjährigen Getreideernte bewertet? Treffen Presseberichte zu, dass es beim Getreide Qualitätseinbußen auf Grund der feuchten Witterung im Sommer gegeben habe und wenn ja welche Qualitätsparameter sind betroffen und in welchem Umfang ist Getreide minderer Qualität geerntet worden? 2. Wie viel Getreide wurde insgesamt geerntet, welcher Anteil ist auf Grund mangelnder Qualität nicht als Brot- oder Futtergetreide geeignet? 3. Welche Kriterien schließen die Eignung von Getreide als Futtergetreide aus? 4. Ist es richtig, dass bestimmte Pilzgifte im Futter z. B. bei der Schweinezucht Probleme bereiten und die Tiergesundheit beeinträchtigen können 5. Welche Bedeutung hat die Belastung von Getreide mit Pilzgiften? Trifft es zu, dass bei feuchter Witterung bestimmte Pilzarten Getreide vermehrt befallen und dadurch eine gesteigerte Belastung mit Pilzgiften zu verzeichnen ist? 6. Ist Getreide aus dem ökologischen Anbau in gleicher Weise von Qualitätsminderungen betroffen wie Getreide aus konventionellem Anbau? Wenn nein, - welche Unterschiede sind aufgetreten? 7. In welchem Umfang hat die Landesregierung Futtermittelproben nehmen und untersuchen lassen und mit welchem Ergebnis? 8. Was geschieht, mit Getreide, das weder als Brotgetreide noch als Futtergetreide geeignet ist? 9. Beabsichtigt die Landesregierung für Getreide, das nicht als Futtergetreide geeignet ist, eine befristete Ausnahmegenehmigung für die thermische Verwertung zu erteilen? Wenn nein, - warum nicht? - Mit welcher Begründung hat die Landesregierung der thermischen Verwertung von Müsli zugestimmt (Drucksache 15/2207), das auf Grund einer Chloramphenicolbelastung ebenfalls nicht für den Verzehr geeignet war und das im wesentlichen aus Getreide besteht, während sie jetzt die thermische Verwertung von auf andere Weise als Nahrungsmittel bzw. die Verfütterung ungeeignetes Getreide ablehnt?

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