NaWaRo / Wald

Mittwoch, 10. Dezember 2003
Umweltranking 2002 - Lotto ohne Gewinn

Unser Kreis hatte mehr Glück als beim letzten Mal 'Naturraum: Marsch' heißt es im Internet bei den Hintergrunddaten des Umweltranking des Umweltministers für den Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Angabe ist genauso falsch wie die Bewertung von Natur und Umwelt in unserem Kreis. Mag sein, dass dies eine Freudsche Fehlleistung in Erinnerung an die Elbeflut ist. In jedem Fall demonstriert es sehr augenfällig die mangelhafte Landeskenntis der Autoren des Umweltrankings. Das Umweltranking des vergangenen Jahres bewertete die Situation der Umwelt des Kreises Herzogtum Lauenburg im Vergleich zu der der anderen Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein negativ (11. Platz von 15). Beim Ranking in diesem Jahr ist der Kreis drei Plätze vorgerückt (8. Platz). Keines der beiden Ergebnisse im Umweltranking spiegelt nach Auffassung der umweltpolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, die im Ganzen positive Umweltbilanz des Kreises wider. Das Engagement des Kreises in der Schaalsee-Landschaft, der hohe Waldanteil, das Landschaftspflegeprogramm auf den Domänen, die gut organisierte Abfallwirtschaft mit thermischer Verwertung, zwei Akademien, die sich der Umweltbildung widmen, das sind alles Punkte, die landesweit positiv herausragen, aber im Ranking nur eine untergeordnete Rolle spielten. Dennoch bleibt die Frage, wodurch hat sich in diesem Jahr die ohnehin schon gute Umweltbilanz weiter verbessert, was ist passiert? Wir hatten das Elbhochwasser, bei dem das Naturschutzgebiet vor dem Elbdeich bei Lauenburg durch Deichsicherungsmaßnahmen beeinträchtigt wurde und im Norden des Kreises wurde mit dem Bau der A 20 begonnen - beides kein Gewinn für den Naturschutz. Ganz offensichtlich hat allein die Änderung der Bewertungsmaßstäbe im Umweltranking zur besseren Bewertung geführt. Während der Kreis bei der Biologischen Vielfalt vor einem Jahr auf dem drittletzten Rang landete, erzielte er in diesem Jahr Platz 2. Doch nicht die biologische Vielfalt hat sich geändert, sondern der Indikatorenkatalog des Ministers. "Diesen habe ich schon im letzten Jahr scharf kritisiert, 'so Happach-Kasan. Ähnlich ist es beim Klimaschutz. Im letzten Jahr Rang 11, dieses Jahr Rang 3. Beide Beispiele machen deutlich: Durch die Wahl der Indikatoren lässt sich jedes Ergebnis erzeugen. Das Umweltranking des Umweltministers ließ im vergangenen Jahr die Wogen hoch gehen. In diesem Jahr sollte alles besser werden. 33 Termine listet die Chronologie des Umweltministers auf, etwa 29 000 Euro hat das Umweltranking gekostet - ohne die Zusatzkosten in den verschiedenen Verwaltungen. Die Frage bleibt, was hat es gebracht? An allen Ecken des Landeshaushalts werden die Investitionsprogramme des Landes gekürzt, für das Einwerben von Mitteln von EU und Bund stehen im Haushalt des Landes Schleswig-Holstein keine ausreichenden Finanzierungsmittel zur Verfügung. Dennoch pflegt der grüne Umweltminister seine Steckenpferde: z. B. das Umweltranking, das in der jetzigen Form keine Impulse bringt, sondern nur den Aufwand an Verwaltung erhöht. Ein Wettbewerb, bei dem der oder die Beste gewinnt, kann eine gute Sache sein. Ein Wettbewerb, bei dem der Zufall bestimmt, wer gewinnt, ist wie Lotto. Das Umweltranking des Umweltministers ist wie Lotto, nur das Beste fehlt, es gibt keinen Gewinn. Außerdem können die Kreise und kreisfreien Städte nicht selbst über ihre Teilnahme entscheiden. Sie nehmen alle teil, weil der Umweltminister so entschieden hat - zu Bedingungen, die sie nur geringfügig beeinflussen konnten. Anhang: Vergleich der Ergebnisse, die der Kreis Herzogtum Lauenburg beim Umweltranking des Umweltministers in den Jahren 2001 und 2002 erzielte. Einige Umweltkategorieen wurden nicht wieder bewertet. Umweltkategorie, Rang 2001 2002 Flächenverbrauch 11 8 Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen 11 8 Landwirtschaft 1 - Toxische Belastung der Ö

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