NaWaRo / Wald

Mittwoch, 12. April 2006
Happach-Kasan: Wälder vor dem weiteren Vordringen von Pilzerkrankungen schützen

Zum zunehmenden Befall von Waldbäumen durch Baumpilze erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Die Gesundheit unserer Wälder liegt im öffentlichen Interesse. Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff in Deutschland. Wissenschaftler diskutieren bereits seit mehr als zehn Jahren über den Befall von Waldbäumen mit dem Pilz Phytophthora (Wurzelhalsfäule). Erst seit 2003 haben auch die Waldzustandsberichte das Thema aufgegriffen. Nach Auskunft der Bundesregierung sind von den Waldbäumen insbesondere Erlen und in geringerem Umfang Eichen und Buchen betroffen, also die wesentlichen Laubbaumarten unserer Wälder (Antwort auf die Kleine Anfrage, Drucksache 16/1048). Der Befall mit dem Pilz begünstigt den Sekundärbefall mit Holz zerstörenden Pilzen und den Befall mit Schadinsekten, die eine erhebliche Wertminderung des Holzes verursachen können. Phytophthora kann in die Wälder unter anderem durch infiziertes Baumschulmaterial eingetragen werden. Hierfür gibt es konkrete Hinweise. Die Sporen des Pilzes werden über Bäche und Flüsse weiter verbreitet. Deshalb sind viele Erlenbestände befallen. Da der Umbau reiner Nadelholzbestände in Gemischtbestände das Anpflanzen von Laubbäumen erfordert, muss der Qualität von Baumschulmaterial besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Aufgrund einer EU-Entscheidung müssen in jedem Jahr Kontrollen auf den Befall von Phytophthora durchgeführt werden, die bisher in jedem Jahr positive Befunde erbracht haben. Insgesamt bleibt unerklärlich, warum die Phytophthora-Forschung in Deutschland sich weitgehend auf eine Art konzentriert, die bei uns keine forstliche Bedeutung hat. Die Untersuchungen der Komplexerkrankungen der Bäume, bei denen die Schadbelastungen der Böden, der Klimawandel und zusätzlich der Befall mit Phytophthora zusammenwirken, müssen die zusätzliche Bedrohung durch Pilzbefall berücksichtigen. Dies ist noch nicht ausreichend der Fall. So wie in der Vergangenheit die Schademissionen erfolgreich reduziert wurden, muss jetzt die zusätzliche Bedrohung durch Pilzbefall entschlossen bekämpft werden. Ansonsten drohen erhebliche ökologische und ökonomische Folgen.

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