Grüne Gentechnik | Reden

Donnerstag, 16. Februar 2006
Rede im Deutschen Bundestag zur Beratung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Gentechnikgesetzes am 16.02.2006

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir leben im Zeitalter der Biowissenschaften. Evolutionsbiologie, Verhaltensbiologie, Biochemie, Biotechnologie sind die dazu gehörigen Stichworte. Die Gentechnik, aber eigentlich besser "genetic engineering' ist die Ingenieurskunst des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Ich bedanke mich, Herr Paziorek, für Ihre Worte. Es ist schade, dass Sie unserem Antrag, in dem wir den notwendigen Novellierungsbedarf des jetzt geltenden Gentechnikgesetzes ausführlich dargestellt haben, wohl nicht zustimmen werden. Ich freue mich aber, dass auch Sie gesehen haben, wie viel Änderungsbedarf beim derzeit geltenden Gentechnikrecht besteht. Ich hoffe sehr, dass es zu einer Novellierung des Gentechnikgesetzes kommt. Wir brauchen es; deshalb wird die FDP-Fraktion Sie dabei konstruktiv unterstützen. Dieses Land hat es verdient, dass wir Wege für Innovationen eröffnen, dass wir Wege für technologischen Fortschritt eröffnen, dass wir Wege eröffnen, um die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, dass wir jungen Menschen Wege eröffnen, zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu bekommen, damit sie nicht abwandern. Vielen Dank, Herr Staatssekretär, wir werden Sie beim Wort nehmen. Gentechnik ist in aller Munde: heute hier im übertragenen Sinne, aber auch ganz allgemein. Wir wissen alle, dass Gentechnik in der Medizin bei der Herstellung von Enzymen, Vitaminen und Aminosäuren Standard ist. Die Wiener Universität hat im letzten Jahr eine Machbarkeitsstudie zum Verzicht auf Gentechnik in der Tierhaltung erstellt. Dabei hat sich gezeigt, dass eine so genannte gentechnikfreie Schweine- und Geflügelhaltung nicht möglich ist. Gentechnikfreie Fütterung führt zu hohen Sterberaten, die schon allein unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes nicht hinnehmbar sind. Die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellten Vitamine B2 und B12 sowie weitere Aminosäuren sind unverzichtbar. Das zeigt uns: Auch die Landwirtschaft ist an einem Punkt angekommen das war zwangsläufig , wo sie diese Technologie nutzen muss. Sie tut es, weil es ihr Vorteile bringt und die Herstellung von sicheren Produkten ermöglicht. Wir haben hier heute Morgen sehr ernsthaft das Auftreten der Vogelgrippe diskutiert. Die Vogelgrippe ist eine Zoonose, wie die Kollegen Goldmann und Dr. Tackmann ausgeführt haben. Der gegenwärtig entwickelte Markerimpfstoff gegen die Vogelgrippe wird mit gentechnischen Methoden erzeugt. Auch dabei wird also Gentechnik eingesetzt. Diese ist die Methode des 21. Jahrhunderts. Warum gibt es nun eigentlich ideologische Hürden bei der Anwendung der Grünen Gentechnik auf dem Acker? Es wird vielfach zitiert, dass laut Umfragen 70 Prozent der Bevölkerung Gentechnik ablehnen. Aber 66 Prozent wollen auch das wissen wir einen gentechnisch veränderten Joghurt, der vor Darmkrebs schützt. 80 Prozent befürworten Bioprodukte, aber der Marktanteil der Bioprodukte beträgt gerade einmal 2,6 Prozent. Bei der Suchmaschine Google rangiert das Stichwort "Gentechnik' bei Ernährungsfragen auf Platz 47. Das zeigt sehr deutlich: In der Ö

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