NaWaRo / Wald | Reden

Donnerstag, 2. Juni 2005
Rede im Bundestag zu Top 8: Tropische Regenwälder

Anrede,



Tropische Regenwälder sind faszinierend, sie werden als Klimaanlage der Erde bezeichnet, ihre Zerstörung nimmt Arten den Lebensraum, schädigt das Klima.



Wir sind uns hier einig, dass die weitere Zerstörung der Wälder gestoppt werden muss und doch müssen wir feststellen:



Der Trend der Waldzerstörung konnte nicht gestoppt werden.



Das ist das Fazit der Antwort der Bundesregierung auf die von der CDU konzipierte Große Anfrage.



Die Antwort ermöglicht einen guten Überblick über die gesamte Problematik: Zerstörung von Ur- und Primärwäldern, illegaler Holzeinschlag, Auswirkungen auf die Menschen in den betroffenen Regionen, auf die biologische Vielfalt, auf das Klima.



Der Trend der Waldzerstörung konnte nicht gestoppt werden. Dieses Fazit ist ernüchternd. Es ist eine bittere Bilanz. Es gibt keine echten Erfolge.



In den meisten tropischen Ländern werden Wälder zerstört, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen. Dies scheint unaufhaltsam zu sein. Bei aller Kritik daran, wir dürfen nicht vergessen, dass dies in früheren Jahrhunderten auch in Deutschland ein wesentlicher Grund für das Abholzen der Wälder war.



Ein weiterer Grund ist illegaler Holzeinschlag, Feuer, aber auch die Armut der Bevölkerung, die zu Übernutzungen führt.



Die Debatten in diesem Haus haben gezeigt, dass alle Fraktionen im Deutschen Bundestag, den Erhalt der verbliebenen Urwälder als wichtige globale Aufgabe ansehen. Wir alle fühlen uns dieser Aufgabe verpflichtet. Ein gemeinsamer Antrag kam dennoch nicht zustande. Das bedeutet, dass der Erhalt der Wälder einen geringeren Stellenwert hat, als die eigene Profilierung. Das ist beschämend.



Die FDP unterstützt den Erhalt der Primär- und Urwälder. Wir wollen, dass die Waldnutzung in Entwicklungsländern wesentlich der heimischen Bevölkerung zugute kommt. Deutschland ist nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Importeur von Holz und Holzprodukten. Deshalb haben wir eine besondere Verantwortung, auch wenn der Anteil des Tropenholzes mit 2% gering ist.



Das vielfach geforderte Importverbot von Holz illegaler Herkunft kann nach Aussage der Bundesregierung nicht erlassen werden. Deswegen müssen andere Wege betreten werden.



Der vom Umweltminister vorgelegte Entwurf eines Urwaldschutzgesetzes ist eine Farce. Er soll gegenüber verschiedenen Verbänden als Handlungsnachweis dienen, ohne überhaupt Realisierungschancen zu besitzen. Denn dieser Gesetzentwurf ist ein Aufbauprogramm für Bürokratie, das wesentlich mehr heimische Betriebe in den Konkurs treibt, als es Bäume zu retten vermag.



Aber bei aller Dramatik sind doch zwei Lichtblicke zu verzeichnen: Aufforstungen haben immerhin einen geringen positiven Effekt und: den Tropenholz exportierenden Ländern ist es gelungen, die Wertschöpfungspotenziale im eigenen Land stärker auszuschöpfen. Das heißt Hilfe zur Selbsthilfe ist erfolgreich.



Doch angesichts von etwa 250 Projekten, die in Anhang 1 aufgelistet sind, mit einem Volumen von 130 Mio. Euro ist dies eine sehr bescheidene Bilanz und was diese Projekte zur Aufforstung und zur Steigerung der Wertschöpfung beigetragen haben, bleibt völlig offen.



Deutlich ist dagegen, dass die Förderung des FSC-Zertifikats durch die Bundesregierung, die immer auch mit der Eindämmung des illegalen Holzeinschlags begründet wurde, für den Erhalt der Wälder nichts gebracht hat. Daher ist es folgerichtig, dass die Bundesregierung sich davon verabschiedet und inzwischen die gegenseitige Anerkennung der Zertifikate für notwendig hält. Wir freuen uns über diese späte Einsicht. Es ist jedoch nicht glaubwürdig, die gegenseitige Anerkennung zu fordern und gleichzeitig ein Zertifikat zu fördern.



Die FAO, die auch von der Bundesregierung als eine der wichtigsten Organisationen im Waldbereich angesehen wird, hat schon vor Jahren einen Kriterienkatalog für Zertifizierungssysteme aufgestellt und die gegenseitige Anerkennung gefordert. Der grüne Ö

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