NaWaRo / Wald

Dienstag, 24. Januar 2006
Happach-Kasan: Waldzustandsbericht 2005 zeigt: Kein Forschungsbedarf, sondern Handlungsbedarf!

Zur heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichts 2005 durch die Bundesregierung erklärt die Sprecherin für nachwachsende Rohstoffe der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan: Der deutsche Wald erholt sich langsam vom Jahrhundertsommer 2003. Das ist die gute Nachricht. Seit mehr als zehn Jahren wird die Methodik der Erstellung der Waldzustandberichte als wenig aussagekräftig kritisiert und dennoch wird an diesem Verfahren festgehalten, das ist die schlechte Nachricht. Wissenschaftler sind sich einig, dass die herkömmliche Kronenzustandserfassung, mit der die Grunddaten zur Erfassung des Zustands der Wälder gesammelt werden, ungeeignet ist, den Zustand der Wälder richtig zu beurteilen. Nach Auffassung der FDP ist es dringend erforderlich, insbesondere unter Einbeziehung von Ergebnissen der Bodenuntersuchungen ein realistisches Bild vom Zustand unserer Wälder zu gewinnen. Die Bundeswaldinventur hat enorme Holzzuwächse aufgedeckt, die Zustandsberichte dokumentieren dagegen einen kranken Wald. Das passt nicht zusammen. Kurzfristige Witterungseinflüsse werden in ihren Auswirkungen überbewertet, langfristige Trends werden zu wenig berücksichtigt. Insbesondere die Bodenversauerung ist nach wie vor ein schwerwiegendes Problem: Auf Grund des sauren Bodenmilieus ändert sich die gesamte Bodenökologie, die Auswaschung von Magnesium-Ionen führt zur Verarmung der Böden an Magnesium, einem für alle Bäume für den Aufbau von Chlorophyll wichtigen Nährstoff. Die Auswaschung der toxisch wirkenden Metall-Ionen wie Cadmium-, Aluminium- und Mangan-Ionen gefährden das Trinkwasser, die Widerstandskraft der Bäume gegen Borkenkäfer und andere Schadinsekten wird geschwächt. Während gegen trockene Sommer kein Kraut gewachsen ist, gibt es Möglichkeiten, den Auswirkungen der Bodenversauerung durch Bodenschutzkalkungen entgegen zu wirken. In den Waldzustandsberichten der Bundesregierung wird dies regelmäßig gefordert, die ehemalige Ministerin hat ebenfalls Bodenschutzkalkungen gefordert. Es gibt über Jahre durchgeführte vergleichende Untersuchungen, insbesondere in Rheinland-Pfalz, die die sehr positiven Wirkungen von Bodenschutzkalkungen eindrucksvoll belegen. Es gibt keinen Forschungsbedarf, sondern Handlungsbedarf. Die Verabschiedung der Charta für Holz ist mit vielen Lobeshymnen bedacht worden. Geschehen ist bis jetzt wenig. Die hohen Energiepreise tragen dazu bei, dass die energetische Verwertung von Holz wieder ins Blickfeld gerät. Das ist gut. Die nachhaltige Nutzung unserer Wälder erhöht deren Stabilität. Es wird Wertschöpfung im ländlichen Raum geschaffen. Holz ist unser wichtigster nachwachsender Rohstoff. Die in der Charta für Holz angestrebte Erhöhung der Holznutzung wird nur dann erfolgen, wenn es gelingt durch Abbau überflüssiger bürokratischer Regelungen die Holzeinschlagskosten zu mindern. Dann wird die Holzernte auch für den Privatwald wieder attraktiv.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema