NaWaRo / Wald

Donnerstag, 25. März 2004
Definitionen für Waldkategorien fehlen - nachhaltige Waldnutzung in Deutschland muss gesteigert werden

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Schutz von Ur- und Primärwäldern erklärt die Forstexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Deutschland hat keine Urwälder, so die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage \\\"Schutz von Ur- und Primärwäldern\\\" aber was Urwälder konkret sind, dafür gibt es keine international abgestimmte Definition. Dies macht deutlich, viele der Skandalmeldungen über sogenannte Urwaldzerstörungen sind falsch, sie betreffen Alt- oder Sekundärwälder und der Begriff \\\"Urwald\\\" dient ausschließlich der Emotionalisierung. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung Angriffe einer deutschen Organisation gegen die finnische Forstwirtschaft zurückgewiesen hat. Es besteht die Gefahr, dass Deutschlands wichtigster nachwachsender Rohstoff, das Holz, durch solche Kampagnen einen Imageschaden erleidet. Dadurch wird die weitere Entwicklung der Nachhaltigkeit gefährdet. Die FDP fordert daher die Bundesregierung auf, sich auf internationaler Ebene intensiv an der Erarbeitung international einheitlicher Definitionen für die unterschiedlichen Waldkategorien wie z.B. Urwälder, Altwälder oder Sekundärwälder zu beteiligen. Der vom Waldforum der Vereinten Nationen angestoßene und von der FAO (Food and Agriculture Organization) geleitete Harmonisierungsprozess, der die Sammlung und Systematisierung bestehender waldrelevanter Definitionen zum Gegenstand hat, wird von der FDP nachdrücklich befürwortet. Der Schutz von Wäldern steht in engem Zusammenhang mit ihren Nutzungsperspektiven. Dies wird durch die Geschichte vieler Wälder in Deutschland belegt. Einschränkungen der Bewirtschaftung von Wäldern, die zu Natur- oder Urwäldern rückentwickelt werden sollen, müssen durch Entschädigungszahlungen ausgeglichen werden. Dies hat die Bundesregierung bestätigt. Dies ist für die Planungssicherheit der Waldbesitzer von entscheidender Bedeutung. Deutschland hat in 2002 etwa 94 Mio. m3 Holz und Holzprodukte im Wert von 26 Mrd. Euro exportiert und etwa 99 Mio. m3 Holz und Holzprodukte importiert. Da gleichzeitig ein Drittel des Holzzuwachses von jährlich 60 Mio. m3 nicht genutzt wird, wird deutlich, dass ein erhebliches Potential an Holz zur Verfügung steht für eine Steigerung der Nutzung von Holz in verschiedenen Verwendungsbereichen, ohne das Grundprinzip der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu verletzen.

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