NaWaRo / Wald

Mittwoch, 17. September 2003
Zweifel an Fachkompetenz im Kieler Umweltministerium

Das Vorkommen der Brenndolde rechtfertigt nicht die Ausweisung der Aue- und Söllerwiesen in Lauenburg als FFH-Gebiet Die FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan fordert die Landesregierung auf, die Aue- und Söllerwiesen in Lauenburg nicht als FFH-Gebiet vorzuschlagen. Das Festhalten der Landesregierung an dieser Gebietsausweisung lässt Zweifel an der Fachkompetenz des Ministeriums aufkommen. Einen sachlichen Hintergrund für diese Gebietsausweisung gibt es nicht. Offensichtlich geht es dem Umweltministerium nur darum, den Wünschen von Umweltverbänden und dem eigenen Kreisverband zu entsprechen. Um diesem Ziel zu entsprechen, ist die Landesregierung bereit, die Weiterentwicklung des Lauenburger Industriegebietes aufs Spiel zu setzen. Nicht die FFH-Richtlinie der EU ist das Problem, sondern deren Umsetzung durch die Schleswig-Holsteinische Landesregierung. Die Landesregierung diskreditiert mit Ihrem Handeln den Naturschutz. 1. Das Gebiet entspricht nicht den von der EU geforderten Kriterien für ein FFH-Gebiet. Laut Richtlinie sollen "natürliche Lebensräume in einem günstigen Erhaltungszustand' erhalten werden und die "Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten'. 2. Die Wiesen sind durch die Eindeichung entstanden, sie sind insbesondere auf Grund der Deichbaumaßnahmen nicht in einem 'günstigen Erhaltungszustand'. 3. Die Brenndolde, die dort geschützt werden soll, ist eingebürgert, sie befindet sich dort am äußersten Rand ihres Verbreitungsgebietes, der Lebensraum ist für sie nicht typisch, sie ist keine prioritäre Art im Sinne der FFH-Richtlinie. Zum Hintergrund: Die Brenndolde (Cnidium dubium) ist in keinem Anhang der FFH-Richtlinie der EU als besonders schützenswerte (prioritäre ) Art ausgewiesen. Pflanze der Auengebüschsäume und wechselfeuchten Wiesen, (1) Vorkommen im Nordosten Deutschlands, Elbe, Saale, Thüringen, Rheinebene (1) In Schleswig-Holstein eingebürgert (2) Vorkommen nur an der Elbe östlich von Hamburg (2) (1): Werner, Rothmaler, Exkursionsflora, Kritischer Band, VEB Berlin, 1976, S. 397. (Standardwerk zum Bestimmen der heimischen Blütenpflanzen). (2): Atlas der Flora Schleswig-Holsteins und Hamburgs, E.-W. Raabe, bearbeitet und herausgegeben von K. Dierßen und U. Mierwald, Neumünster, 1987, S. 294. (gefördert durch das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten). (Der Atlas beschreibt das Vorkommen von 1433 Blütenpflanzen in Schleswig-Holstein und Hamburg).

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