NaWaRo / Wald

Dienstag, 20. August 2002
Tunnel für Friedrichsruh, Antwort der Landesregierung

Inzwischen liegt die Beantwortung der Kleinen Anfrage der lauenburgische Landtagsabgeordneten Dr. Christel Happach-Kasan FDP zum Bahnübergang Friedrichsruh vor (Drucksache 15/2052). Die Antwort ist unbefriedigend, aber sie hat immerhin bewirkt, dass der Wirtschaftminister zugesagt hat, dass das Land sich an der Finanzierung des Fußgängertunnels beteilgen wird. Das ist mehr als noch vor zwei Monaten. Eine Straßenunterführung als Ersatzbauwerk für den Bahnübergang in Friedrichsruh wurde aus "ökologischen (u.a. Grundwasserabsenkung mit nachhaltiger schädlicher Auswirkung auf die Umwelt, insbesondere Vegetation) und wirtschaftlichen Gründen (Tunnellösung mit rd. 5,0 Mio Euro gegenüber einer Brückenlösung mit rd. 3,0 Mio. Euro)' nicht in Betracht gezogen, so die Landesregierung in Beantwortung der Frage, warum die Landesregierung der Brückenlösung den Vorzug gegeben hat (Antwort auf Frage 3). Tunnel sind teurer als Brücken. Wenn jedoch zusätzlich ein Fußgängertunnel gebaut werden muss, weil die Brückenlösung "für Fußgänger und Radfahrer einen erheblichen Umweg bedeuten und die touristische Nutzung der verschiedenen Angebote im Ortsteil Friedrichsruh erschweren würde (Antwort auf Frage 3)', stellt sich die Frage, ob in der Gesamtrechnung Fußgängertunnel plus Brücke wirklich erheblich kostengünstiger sind. Insgesamt fällt auf, dass die Landesregierung bei allen Forderungen im Land nach einem Tunnel mit dem Grundwasser argumentiert (z.B. Wakenitz-Tunnel für die A20). Ist der Tunnel erwünscht, wie z. B. beim Herrentunnel in Lübeck, bleibt dieses Argument ausgespart. Glückliche Fügung? Nach Meinung der Abgeordneten Ch. Happach-Kasan und S. Itzerott hat das Land die Vorteile eines Straßentunnels nicht ausreichend berücksichtigt. Nach Friedrichsruh kommen Touristen aus dem ganzen Bundesgebiet. Sie wollen keine Irrfahrten unternehmen, sondern den historisch gewachsenen Ort erleben.' so Happach-Kasan und Itzerott. Die Bahntrasse teilt den seit fast 100 Jahren unveränderten Ortskern von Friedrichsruh. Eine Brücke als Ersatzbauwerk würde Fußgängern und Radfahrern, die die touristischen Angebote rechts und links der Bahntrasse besuchen wollen, erhebliche Umwege aufzwingen. Daher wäre zusätzlich zur Straßenbrücke ein Fußgängertunnel dringend erforderlich. Auf die Frage nach dem Planungsstand für einen Fußgängertunnel verweigert die Landesregierung die Antwort (Antwort auf Frage 9), die Forderung des kommunalen Raumes nach einem solchen Tunnel wird vom Wirtschaftsministerium zwar generell unterstützt (Antwort auf Frage 3) - die Unterstützung der Forderung gegenüber Bund und Bahn durch das Land war bis jetzt ohne Errfolg. MdB Sauer hat nichts bewirkt. Für den Bahnübergang Friedrichsruh in der Gemeinde Aumühle soll die Planauslegung in der Zeit vom 26. 8. bis 26. 9. 2002 erfolgen, die Einwendungsfrist läuft am 24. 9. aus. Die Landesregierung rechnet mit einer Verfahrenszeit für die Anhörung von 9 Monaten. Nach den Informationen der Landesregierung ist ein Abschluss der Bauarbeiten bis Ende 2004 unwahrscheinlich. Die Landesregierung weist darauf hin, dass erst nach der Aufgabe des Transrapid beschlossen wurde, die Strecke Hamburg - Berlin zur ICE-gerechten Verbindung auszubauen. Dieser Hinweis trifft zu, hilft aber den Gemeinden nicht. An dieser Enscheidung hat die Landesregierung mitgewirkt, daher sollte die Landesregierung die Gemeinden besser als bisher unterstützen.

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