NaWaRo / Wald

Dienstag, 17. September 2002
FDP statt Grüne und PDS

Auf die FDP kommt es an. Was sonst sollen wir von FDP-Politikern kurz vor der Wahl hören, werden Sie vielleicht sagen. Doch dieses Mal braucht die FDP das gar nicht zu behaupten. Die Ergebnisse fast aller Meinungsforschungsinstitute sagen (keines von ihnen arbeitet für die FDP) CDU/CSU und SPD liefern sich ein Kopf an Kopf-Rennen, die PDS liegt knapp unter 5 %, die Grünen um die sieben, die FDP um die neun (allein Allensbach sieht die FDP über 10). In dieser Situation ist für alle klar, die den Politikwechsel, nicht nur den Regierungswechsel haben wollen: FDP statt Grüne und PDS. Auf die FDP kommt es an. Sonst verliert Deutschland weitere vier Jahre - nach den letzten acht Jahren des Stillstands, vier, die Kohl aussaß, und vier von Schröders allzu ruhiger Hand. Schröder greift öffentlich die FDP an, damit am Ende nicht zu viele Wähler der FDP den Vorzug geben. Denn in Wahrheit setzt er nicht mehr auf Rot-grün. Und fürchtet sich vor dem Einzug der PDS ins Parlament. Weil ihn dann die SPD-Linken zu Rot-grün-rot drängen. Man konnte es Schröder und Stoiber im zweiten "Duell' ansehen, dass ihnen die Strategie 18 in ihrer Treffsicherheit zu schaffen macht. Stell dir vor, es ist Duell, und keiner schießt. Sie schleichen umeinander herum. Bloß dem Abzug nicht zu nahe kommen. Sonst könnte es ja knallen. Stoiber schont die Gewerkschaften. Schröder die Bosse. Stoiber: 4 Millionen Arbeitslose! Schröder: Stimmt gar nicht. Die Trainer haben ihnen eingehämmert, dribbeln, dribbeln und nur nicht in den Strafraum. Dort sehen alle, dass Du kein Tor schießt. Bloß keinen Angriff, das sieht so kriegerisch aus. Am besten in der eigenen Hälfte bleiben. Schauen, was der andere macht. Und dann nachmachen, nachmachen, nachmachen. Der Dunkelhaarige aus dem Norden will nicht gegen den Irak marschieren. Der Blonde aus dem Süden, vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber den USA gegenüber besser benehmen. Anders als beim ersten "Duell', beim zweiten war die FDP dabei. Stoiber säuerlich, weil sie ihm keinen Blankoscheck ausstellte, ich will mehr als 40%. Als ob er nicht gerade gegen 35 % wanderte. Schröder mit dem Gesicht eines Trauerredners: noch mal Rot-grün, als ob er nicht längst den Grabstein bestellt hätte. Aber nicht mit der PDS sagt er, aber schaut nicht drein, als ob er vereidigt wäre. Die Fragen der zwei Damen waren spannender als die Antworten. Wer Angst hat, was falsch zu machen, macht nichts richtig. Schröder und Stoiber legten ihre Masken nicht ab. Dass Schröder schicker gekleidet und (beim zweiten Mal wieder) lässiger auftrat, unterscheiden die Wähler sehr gut von Politik. Viele Zuschauer haben gelernt: Wer wieder wählt wie früher, kriegt wieder die Politik wie früher. Und viele werden den Dritten wählen. Der gar nicht dort war, aber anwesend: die FDP.

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