NaWaRo / Wald

Mittwoch, 12. Februar 2003
Bevorzugung von FSC durch die Bundesregierung schadet Kleinwaldbesitzern

BERLIN. Zu dem von der FDP angeforderten Bericht der Bundesregierung zur Kritik der Umweltorganisation Rainforest Foundation (RF) am Forest Stewardship Council erklärt die Forstexpertin im Verbraucherausschuss der FDP-Bundestags-fraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Der Bericht der Bundesregierung über die Tätigkeit des FSC (Forest Stewardship Council A.C.) ist unzureichend. Angesichts der von der Regierung vorgenommenen Bevorzugung des FSC-Siegels ist es beschämend, dass die Regierung die begründete Kritik der Umweltorganisation Rainforest Foundation so wenig ernst nimmt. Selbst der FSC gesteht zu, dass "kleine und mittlere Landbesitzer in den Entwicklungsländern des Südens nicht die Ressourcen haben, um sich umfassend an den FSC-Prozessen zu beteiligen". Dies entspricht der Kritik, die auch Waldbesitzer in Deutschland am FSC äußern. Der hohe bürokratische Aufwand des FSC hat u. a. zur Gründung von PEFC (Pan-European Forest Certification) geführt und der PEFC-Zertifzierung zum Erfolg verholfen. Fünf Millionen Hektar Wald sind PEFC-zertifiziert gegenüber 300.000 Hektar FSC-zertifizierten Forsten. Die Umweltstandards beider Zertifikate sind nicht identisch, aber durchaus vergleichbar. Die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags gehört zu den Zielen von Zertifizierungen. Umweltverbände gehen davon aus, dass etwa 50 Prozent des nach Deutschland importierten Holzes aus illegalem Holzeinschlag stammt. Anders als erwartet, hat FSC den illegalen Holzeinschlag nicht eindämmen können. Auch die Bundesregirung konnte nicht belegen, dass die FSC-Zertifizierung einen Beitrag zur Verminderung des Raubbaus an den Wäldern in den Entwicklungsländern leistet. Daher muss nach neuen Wegen gesucht werden. Die FDP unterstützt den Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag. Die Waldnutzung in Entwicklungsländern muss wesentlich der heimischen Bevölkerung zugute kommen. Deutschland ist nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Importeur von Holz und Holzprodukten. Eine weitere Bürokratisierung der Waldwirtschaft in Deutschland erhöht die Kosten und verstärkt damit mittelbar den Bedarf an Holzimporten. Dies ist der falsche Weg.

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