NaWaRo / Wald

Mittwoch, 9. April 2003
Zur Fall-Kontroll-Studie: Gemessen am Mitteleinsatz ist der Erkenntnisgewinn der Studie ausgesprochen dürftig

- Normalbetrieb von Kernkraftwerken birgt bei den untersuchten Krankheiten kein erhöhtes Risiko - "Die heute vorgestellte Fall-Kontroll-Studie zu Risikofaktoren für Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphomen hat keine wirklich neuen Erkenntnisse erbracht. Es wurde bestätigt, dass der Normalbetrieb von Kernkraftwerken für die untersuchten Krankheiten kein erhöhtes Risiko darstellt. Die Studie wurde mit einer Verspätung von drei Jahren abgeliefert. Sie hat die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen als Auftraggeber fast 3,3 Mio. € gekostet. Die Gesamtkosten betragen für Schleswig-Holstein allein 2,2 Mio. €. Gemessen am Mitteleinsatz ist der Erkenntnisgewinn der Studie ausgesprochen dürftig', stellte die liberale Bundestagsabgeordnete aus Lauenburg fest. "Damit hat sich die Studie als so überflüssig erwiesen, wie dies von anerkannten Wissenschaftlern vorausgesagt worden ist.' Die Beschränkung der Studie auf die Untersuchung von Umweltrisiken als Ursache für die Erkrankung an Leukämien oder Lymphomen habe dazu beigetragen, dass der Erkenntnisgewinn der Studie so gering sei. "Andere Ursachen für die untersuchten Krankheiten wie z.B. Fehlreaktionen des Immunsystems wurden nicht untersucht. Dies ist von der Landesregierung politisch so gewollt worden. Ihr war bei der Auftragsvergabe bekannt, dass das vom Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin vorgelegte Studiendesign keinen wirklichen Erkenntnisgewinn erwarten ließ. Die Bundesregierung hatte aus diesem Grund eine finanzielle Beteiligung an der Studie abgelehnt. Diese Erwartung hat sich nun bestätigt', sagte Christel Happach-Kasan. "Die Fertigstellung der Studie hat sich verzögert. Es ist dem Institut nicht gelungen, die notwendigen Interviews von erkrankten Personen wie auch den erforderlichen nicht erkrankten Vergleichspersonen so rechtzeitig durchzuführen, dass der vertraglich vereinbarte Abgabetermin, der 31. März 2000, eingehalten werden konnte. Im Dezember 1999 waren erst 811 von geplanten 2000 erkrankten Personen und 1472 von den geplanten 4000 nicht erkrankten Personen befragt worden (Drucksache 14/2608). Offensichtlich gab es in der Bevölkerung kein Interesse mehr an einer solchen Studie und nach dem jahrelangen Hickhack der Leukämie-Kommission auch kein Vertrauen mehr in die Ursachenforschung', meinte die FDP-Politikerin. "Die rot-grüne Bundesregierung hat das Ergebnis dieser überaus kostspieligen und erkenntnisarmen Studie nicht abgewartet. Seit dem 1. Januar wird im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenforschung die Studie "Kindliche Tumoren in der Umgebung westdeutscher Leistungsreaktoren' vom Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz durchgeführt. Die FDP erwartet, dass die Landesregierung nach Vorlage des letzten ausstehenden Gutachtens die Arbeit der Leukämie-Kommission für beendet erklärt. Seit dem Regierungsantritt der rot-grünen Bundesregierung hat sich die Aufgabe der Leukämie-Kommission ohnehin erledigt. Nicht die Ursachenforschung war die Aufgabe dieses Gremiums, egal wie oft es behauptet wurde, sondern sie sollte Kernenergiegegnern ein Forum bieten.' Christian Albrecht - Pressesprecher - V.i.S.d.P. FDP-Landesverband Schleswig-Holstein Russeer Weg 132 24109 Kiel FON: (0431) 535930 FAX: (0431) 5359320

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