Fischerei

Montag, 16. Juni 2003
Walfangverbot durchsetzen - Walfang nur indigenen Völkern erlauben

BERLIN. Zur heute in Berlin beginnenden Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) erklärt die Fischerei-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Die FDP veruteilt den kommerziellen Walfang in seiner heutigen Form. Trotz internationalem Walfangverbot, betreiben mehrere Länder Walfang. Zumeist geschieht dies unter Hinweis auf wissenschaftliches Interesse. Die FDP fordert, indigenen Völkern den Walfang für den Eigenbedarf weiter zu erlauben. Das Walfangmoratorium von 1986 zeigt erste Erfolge. Es muss bestehen bleiben und endlich konsequent durchgesetzt werden. Beispielsweise beginnen die Bartenwal-Bestände sich zu erholen. Da die großen Walarten erst mit etwa zehn Jahren geschlechtsreif werden und eine geringe Reproduktionsrate haben, dauert die Erholung der Bestände sehr lange. Sie ist nicht in Jahren, sondern erst in Jahrzehnten zu erwarten. Dennoch wackelt das Walschutzmoratorium. Die FDP setzt sich für den Fortbestand des Moratoriums ein. Erst nach einer weiteren Erholung der Bestände, des Aufbaus eines effektiven Kontrollsystems und der Einigung über ein internationales Inspektionssystems darf ein vorsichtiger Einstieg in eine nachhaltige Nutzung der Walbestände erfolgen. Für die nachhaltige Nutzung der marinen Säugetierpopulationen wurde die Revised Management Procedure entwickelt, die 1994 von der Kommission angenommen wurde. Über das dafür notwendige internationale Inspektionssystem zur Überwachung des Walfangs besteht dagegen keine Einigung. Solange dieses nicht installiert ist, kann eine nachhaltige Nutzung der marinen Säugerpopulationen nicht überwacht werden. Schon heute muss aber gewährleistet werden, dass der Walfang der indigenen Völker für den eigenen Bedarf weiterhin erlaubt bleibt. Beispielsweise sind Tschuktschen und Inuit in ihrer Lebensgrundlage abhängig vom Walfang. Keiner darf diesen Völkern ihre existenziellen Rechte streitig machen. Die FDP lehnt zudem die Industriefischerei in Nord- und Ostsee ab, die wahllos Meerestiere zur Verarbeitung zu Fischöl und Fischmehl fängt. Wir wollen eine deutliche Minderung des Beifangs von Meeressäugern. Die einzige in deutschen Gewässern vorkommende Walart ist der Schweinswal. 1970 waren die Schweinswale an der niederländischen und der deutschen Nordseeküste durch den Walfang fast vollständig verschwunden. Derzeit leben in der Nordsee wieder etwa 264.000 Schweinswale - ein Beispiel dafür, dass Walschutz Erfolg hat. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass der Bestand in der östlichen Ostsee auf 600 Schweinswale vermindert ist. Diese Population ist ernsthaft gefährdet. Wir müssen für ihren Schutz sehr viel mehr als bisher tun. Vor Amrum und Sylt wurde in der Nordsee ein Walschutzgebiet eingerichtet. In den nördlichen Küstengewässern Dänemarks landen dagegen in jedem Jahr über 7.000 Wale in den Stellnetzen. Deutschland ist nicht glaubwürdig, wenn es kommerziellen Walfang verbietet, aber den unbeabsichtigten Beifang geschehen lässt. Das muss sich ändern.

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