NaWaRo / Wald

Freitag, 17. Oktober 2003
Die Bundesregierung hat die Dramatik der Borkenkäferkalamität nicht erkannt

BERLIN. Zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zu den Waldschäden in Deutschland erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Die Borkenkäferschäden in Deutschland sind dramatisch. Auf den 590.000 Hektar bundeseigenen Forstflächen rechnet die Bundesregierung mit einem Wertverlust von über einer Million Euro, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Bundesweit bedeutet dies einen Wertverlust von etwa 20 Millionen Euro. Forstwirte weisen darauf hin, dass das ganze Ausmaß der Kalamität erst im nächsten Frühjahr erkannt werden wird. Das heißt der Wertverlust wird noch größer sein. In einigen Regionen haben sich die Borkenkäfer auf Grund der langen Trockenperiode im Sommer explosionsartig vermehrt. Auch gesunde Bäume wurden befallen und zum Absterben gebracht. Die Bundesregierung hat es abgelehnt, durch Zuschüsse zur maschinellen Entrindung und der Zwischenlagerung von Käferholz Forstbetriebe, die auf Grund des Preisverfalls von Fichtenholz finanziell in Bedrängnis sind, bei dringend erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen zu unterstützen. Es ist nun zu befürchten, dass in der Folge der Kalamität große Kahlschlagsflächen entstehen werden. Von der Kalamität sind auch FSC (Forest Stewardship Council)-zertifizierte Betriebe betroffen, wie beispielsweise die Landesforsten in Schleswig-Holstein. Deren oberste Forstbehörde hat als einzige die Anwendung von Insektiziden erlaubt. Dies ist fachlich nicht zu beanstanden, zeigt aber, dass die FSC-zertifizierten Betriebe genau wie andere zur Abwendung größerer Schäden zu dieser Maßnahme greifen müssen. Vor diesem Hintergrund sollte die Bundesregierung von ihrer bisherigen Bevorzugung der FSC-zertifizierten Betriebe Abstand nehmen und die Nutzung heimischen Holzes unterstützen. Dies hilft, unnötige Importe zu verhindern und mindert damit den illegalen Holzeinschlag, dessen Bekämpfung ein wichtiges Anliegen einer nachhaltigen Entwicklungspolitik ist. Die Äußerungen der Bundesregierung zur Verkehrssicherungspflicht sind völlig unbefriedigend. Wer den Anteil von Totholz im Wald mehren will, muss Waldbesitzer von der Verkehrssicherungspflicht entbinden. Andernfalls wird Waldbesitz zum unkalkulierbaren Risiko.

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