Grüne Gentechnik

Donnerstag, 6. November 2003
Chemischer Pflanzenschutz, transgene Pflanzen, biologische Schädlingsbekämpfung im Vergleich

Zu den Anfragen der FDP-Bundestagsfraktion erklärt die Sprecherin für die ländlichen Räume und Gentechnik-Expertin Dr. Christel HAPPACH-KASAN: In der landwirtschaftlichen Produktion ist die Sicherung der Erträge ein wesentliches Ziel für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Herbiziden. Alternativen zur Verwendung von herkömmlichen Pflanzenschutzmitteln sind die Verwendung von schaderregerresistenten transgenen Pflanzen wie auch die Nutzung der Methoden der biologischen Schädlings-bekämpfung. Alle Methoden: chemischer Pflanzenschutz, transgene Pflanzen, biologische Schädlingsbekämpfung müssen nach Auffassung der FDP auf ihre Wirkungen auf die umgebende Natur untersucht werden. Es darf keinen Freibrief für eine der Methoden geben. Im Obstanbau gehören Feuerbrand, Mehltau und Apfelschorf zu den besonders schwer bekämpfbaren Pflanzenkrankheiten, die erhebliche Probleme bereiten. Große Hoffnungen sind auf schaderregerresistente Arten gesetzt worden, für die Freilandversuche in Pillnitz und Quedlinburg vorbereitet wurden. Das Agrarministerium hat diese von der zuständigen Kommission des Robert-Koch-Instituts genehmigten Versuche jetzt gestoppt. In der biologischen Schädlingsbekämpfung werden in der Regel nicht heimische Insektenarten in großer Menge auf Felder ausgebracht, die von Schadinsekten befallen sind. Auch wenn die Vermeidung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel als Vorteil für die Natur betrachtet werden kann, muss untersucht werden, welche Auswirkungen die Ausbringung nicht heimischer Arten auf die Natur hat. Die von der britischen Royal Society durchgeführten "farm-scale-evaluation' haben die Umweltwirkungen transgener Kulturpflanzen untersucht. Es wurde deutlich, dass nicht die Züchtungsmethode (gentechnisch oder herkömmlich) entscheidend ist für die Umweltwirkungen einer Pflanzensorte, sondern die speziellen Eigenschaften der Sorte. Damit wurden Ergebnisse der Technikfolgenabschätzung bestätigt, die bereits in den Jahren 1991 - 1993 am Institut für Technikfolgenabschätzung in Berlin unter Leitung von Prof. Dr. W. van den Daele durchgeführt worden war. Nach Auffassung der FDP muss für die Bewertung verschiedener landwirtschaftlicher Anbaumethoden der Ertrag pro Hektar in Bezug gesetzt werden zu den durch den Anbau gegebenen, definierten und messbaren Umweltbelastungen wie z. B. Energieeinsatz oder Nitrataustrag ins Grundwasser. Titel der Anfragen: - Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Apfelsorten in Pillnitz und Quedlinburg sowie Auswirkungen des Stopps durch das Verbraucherministerium - Biologische Schädlingsbekämpfung - Umweltwirkungen transgener Pflanzen

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