NaWaRo / Wald

Dienstag, 11. November 2003
Wo liegt eigentlich Lauenburg?

Anmerkungen zu einer vom Kieler Umweltministerium herausgegebenen Schleswig-Holstein-Karte Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Damen und Herren im Kieler Umweltministerium die Geografie für eine entbehrliche Sekundärdisziplin der Wissenschaft halten. Es ist ein glücklicher Umstand, dass die Händler auf der Alten Salzstraße nicht auf Karten aus Kiel angewiesen waren. Ihr kostbares Gut hätte nie seinen Weg über Lauenburg in den Lübecker Hafen gefunden. Was sich die sicherlich stets bemühten Mitarbeiter im Ministerium bei der Erstellung einer Schleswig-Holstein-Karte erlaubt haben, läßt den vor-PISA-gebildeten Mitbürger an seinen geographischen Kenntnissen zweifeln. Hielt er doch bisher die Elbe für die südliche Grenze seines Landes, an deren Ufern Städte wie Geesthacht und Lauenburg der schleswig-holsteinischen Seele zur höheren Ehre gereichten. Hingegen scheint an Kieler Schreibtischen ein Teil des Kreises Herzogtum Lauenburg auf Grund seiner sträflichen Entfernung zu Kiel ein Opfer der Erdkrümmung geworden zu sein. Der Blick reicht nur bis kurz hinter Mölln. Aber bei der jederzeit konzeptionell ausgereiften Landespolitik, wie die Regierung nicht müde wird zu betonen, darf der aufmerksame Bürger auch eine Absicht vermuten, die das Umweltministerium nur unbeabsichtigt offenbarte. Möchte man einen Teil des Kreises verkaufen, um die leeren Schatztruhen in Kiel zu füllen? Oder möchte das Umweltministerium das kleine Problem Krümmel auf elegante Art und Weise entsorgt wissen? Im Gegensatz zu Lauenburg möchte das Ministerium aber nicht auf die Besenhorster Sandberge verzichten. Deshalb werden - darf man der Kieler Karte glauben - die Besenhorster Sandberge abgetragen und weiter nördlich am Elbe-Lübeck-Kanal wieder aufgeschüttet. Man sieht schon die stets gut behutete Ministerpräsidentin den ersten Spatenstich tätigen. Sie kann wirklich stolz auf solche tüchtigen Mitarbeiter sein. Bei soviel Tatkraft und Sachverstand ist es nur natürlich, dass das Ministerium die Nummer 1 im Lande ist. Die Karte lügt nicht. Die strahlende Kompetenz braucht sich nicht hinter dem grauen Schleier der Bescheidenheit zu verstecken, sondern muss als intellektueller Leuchtturm die revolutionären Gedanken in das flache Land aussenden. Dabei darf ein vom Reformgeist beseeltes Ministerium in einer Zeit der notwendigen Veränderungen keine Rücksichten auf die Gefühle weniger Rand-Schleswig-Holsteiner nehmen. Mit solcher Unterstützung kann die Landesregierung den nächsten Wahlen gelassen entgegensehen. Und sollte es wider Erwarten doch nicht mit der Wiederwahl klappen, dann hat der ein oder andere Mitarbeiter im Ministerium vielleicht ein wenig Zeit, sich die Naturerlebnisräume genauer anzuschauen. Ein kleiner Tipp: Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist immer eine Reise wert.

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