NaWaRo / Wald

Mittwoch, 10. März 2004
Walschutz differenziert betrachten

Berlin. Zur Anhörung des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft zum Thema: "Schutz der Walbestände" erklärt die FDP-Bundestagsabgeordnete und Fischerei-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Christel HAPPACH-KASAN: Im Mittelpunkt des Walschutzes muss der Erhalt der wirklich vom Aussterben bedrohten Walarten stehen. Dies ist nach Auffassung der FDP das wichtigste Ergebnis der Anhörung zum Walschutz. Dies gilt insbesondere für den Westpazifischen Grauwal, dessen stark dezimierter Bestand akut durch die Verlegung von Pipelines gefährdet ist. Der Schweinswalbestand in der zentralen Ostsee umfasst ebenfalls nur wenige hundert Tiere. Als Bestand in einer Randlage befindet er sich in einer schwierigen Situation. Stress bewirken die starke Verschmutzung der Ostsee und möglicherweise auch der geringe Salzgehalt. Gesicherte Zahlen über anthropogene Schäden wurden nicht genannt. Andere Walarten wie Minkwale, Seywale und Finnwale sind nicht gefährdet und ihre Bestände wachsen. Die FDP hat sich insbesondere für den Erhalt des Subsistenzwalfangs der indogenen Völker der Tschuktschen und Inuit eingesetzt. Für diese Völker sind die Wale existenzielle und ihre Kultur bestimmende Lebensgrundlage. Ähnliches trifft auch für die über 1000-jährige Tradition des Minkwal-Fangs der Norweger zu. Nach Auffassung der FDP sollte der Schutz der Wale die kulturellen Traditionen von Ländern, die in ihrer Existenz auf die Nutzung mariner Ressourcen angewiesen sind, einbinden. Dies gilt in besonderer Weise für Island und in geringerem Maß für Norwegen. Toleranz gegenüber kulturellen Traditionen gehört zum Wertekanon reicher Industrienationen. Die FDP unterstützt Maßnahmen, die zur weiteren Erholung der Bestände führen, den Aufbau eines effektiven Kontrollsystems und fordert eine Einigung über ein internationales Inspektionssystem. In die zur Zeit ausschließlich publikumsorientierte Betrachtung des Walfangs müssen der Aspekt der Nachhaltigkeit in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht, wie auch die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen Eingang finden.

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