Ernährung

Montag, 29. August 2005
Lebensmittelsicherheit deutlich besser als ihr Ruf

Leserbrief zum Beitrag 'Foodwatch: Konfliktreich' in DIE ZEIT vom 25. August, Seite 28



Thilo Bode fordert von den Parteien, die Verbraucher besser zu schützen. Das klingt gut, die Forderung nach Schutz kommt immer gut an. Das Angebot von Schutz erweckt in einer verunsicherten Gesellschaft den Anschein von Fürsorge, suggeriert Geborgenheit. Dabei wird gar nicht hinterfragt, ob Bedarf für den angebotenen Schutz besteht. Die Daten aller unabhängigen Institute zeigen, dass die Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland so hoch wie nie zuvor ist. Allerdings - die Menschen glauben, sie sei gesunken. Daran, dass dieses Missverhältnis zwischen der tatsächlichen Situation und der Einschätzung der Menschen so bleibt, haben Verbände ein Interesse, die auf Spenden angewiesen sind. Sie nutzen die großen Schwierigkeiten der Risikokommunikation für ihre Interessen und nehmen billigend in Kauf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher verunsichert werden, Ängste haben, die völlig überflüssig sind. DIE ZEIT unterstützt diese Verbandspolitik mit einem solchen Beitrag. Schade.



Die Daten des statistischen Bundesamtes zeigen im Übrigen: Die größten Gefahren gehen von mikrobiellen Verunreinigungen bei Lebensmitteln aus. Verursacher gibt es entlang der ganzen Produktionskette, aber am wenigsten in der Landwirtschaft. Denn vom Acker oder Stall bis auf den Teller ist ein weiter Weg. Das weiß auch Herr Bode, aber Angriffe gegen die Landwirtschaft sind in Deutschland populär. Und so fordert er eine Pestizidabgabe. Die Untersuchungen des Lebensmittelmonitorings zeigen, dass die Belastung von Obst- und Gemüse mit Pestizidrückständen in den letzten Jahren gesunken, inzwischen nur noch minimal ist. Außerdem ist sie bei in Deutschland angebautem Obst und Gemüse deutlich geringer ist als bei Importprodukten. Wer die Inlandproduktion verteuert, unterstützt Importe und damit die Einfuhr von Lebensmitteln mit höherer Pestizidbelastung. Und das dient dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher?



Dr. Christel Happach-Kasan MdB

Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

23 909 Bäk

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