Dienstag, 30. Juli 2013
HAPPACH-KASAN: Grüne Minister haben der Änderung des AMG zugestimmt, aber eine frühere Verabschiedung verhindert

HAPPACH-KASAN: Grüne Minister haben der Änderung des AMG zugestimmt, aber eine frühere Verabschiedung verhindert

BERLIN, 30.07.2013. Zu den heute vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Daten zur Antibiotikaabgabe in der Tiermedizin 2011 erklärt die ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:

Die Gesamtmenge des Antibiotikaverbrauches in der Veterinärmedizin im Jahr 2011 ist seit über einem Jahr bekannt. Die heute vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) abschließende Auswertung zeigt den regionalen Verbrauch, den unterschiedlichen Einsatz bei den einzelnen Nutztierarten und die Verteilung auf einzelne Medikamentengruppen auf. Die christlich-liberale Koalition hat direkt nach dem ersten Bekanntwerden der hohen Gesamtmenge an Antibiotika ein Gesetz zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes erarbeitet. Die Beharrlichkeit der FDP hat wesentlich zu einem erfolgreichen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens beigetragen.

Ebenfalls bereits vor einem Jahr hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein Forschungsprojekt zur repräsentativen Verbrauchsmengenerfassung für Antibiotika (VetCAb) in der Nutztierhaltung gestartet. Die ersten Ergebnisse liegen seit Ende Juni beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor und zeigen zum einen, dass Wirkstoffe mit einer langen Wirksamkeit wie z.B. Fluorchinolone („Reserveantibiotika“) mit 0,41 % einen geringen Anteil an der Gesamtmenge haben. Zu anderen wurde deutlich, dass nicht die eingesetzte Menge allein Rückschlüsse auf Resistenzen bei bestimmten Bakterien zulässt, sondern auch die Häufigkeit der Behandlungen und Anzahl der Einzeldosierungen. Diese Erfahrung wurde mit dem Parameter der Therapiehäufigkeit im neuen Antibiotikagesetz in die Praxis umgesetzt. In die Berechnung der Therapiehäufigkeit fließt neben der Anzahl gehaltener Tiere auch die Zahl der Einzelgaben ein.

Der Vorwurf der Grünen, die Bundesregierung hätte nicht gehandelt, zielt ganz offensichtlich daneben. Auch die Kritik am Gesetz ist heuchlerisch, denn Landesregierungen mit grüner Regierungsbeteiligung, grünen Landwirtschaftsministern haben dem Vermittlungsergebnis zugestimmt. Im Übrigen die Opposition und der Bundesrat haben durch Anrufung des Vermittlungsausschusses das Inkrafttreten dieser Novelle verzögert.

Mit der Novelle des Arzneimittelgesetzes werden die Betriebe ermittelt, die einen überproportional hohen Bedarf an Antibiotika haben. Diese Betriebe sollen durch das geänderte AMG in Zusammenarbeit mit den betreuenden Tierärzten verpflichtet werden, ihr Betriebs- und Hygienemanagement zu verbessern. Durch zielgerichtete Maßnahmen kann erreicht werden, dass die Tiere weniger häufig krank werden und weniger Antibiotika brauchen. Dennoch werden wir auch zukünftig auf den Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung nicht gänzlich verzichten können. Dies ist auch ein Gebot des Tierschutzes, denn kranke Tiere müssen behandelt werden.

 

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Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

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