Landwirtschaft

Montag, 26. August 2013
HAPPACH-KASAN: Düngeverordnung zügig novellieren - Nährstoffüberschüsse deutlich mindern

HAPPACH-KASAN: Düngeverordnung zügig novellieren - Nährstoffüberschüsse deutlich mindern

Berlin, den 26.08.2013. Zu den Vorschlägen der Wissenschaftlichen Beiräte des BMELV für Agrarpolitik und für Düngungsfragen sowie des Sachverständigenrates für Umweltfragen, das geltende Düngemittelrecht in Deutschland zu novellieren, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Die Novellierung der Düngeverordnung ist überfällig und muss für eine umfassende Reform genutzt werden. Deutschland ist noch weit davon entfernt, das selbstgesetzte Nachhaltigkeitsziel bei der Minderung der Nitratausträge zu erreichen. Angesichts der Tatsache, dass 62% der diffusen Nährstoffeinträge in unseren Gewässern aus der Landwirtschaft stammen und wir im Dreijahresmittel einen Stickstoffüberschuss von etwa 95 kg/ha und Jahr haben, ist eine umfassende Reform des Düngemittelrechtes dringend erforderlich. So ist eine Berechnung der Stickstoffbilanz ab dem Hoftor, die Einrechnung der ausgebrachten Gärreste und die Anrechnung auf den Wirtschaftsdünger ebenso notwendig wie höhere Anforderungen an die Ausbringungstechnik und die Einarbeitung in den Boden. Neben der Aufstellung der Nährstoffbilanz sollten wir auch auf die gezielte Weiterbildung der Landwirte setzen, um die neuesten technischen Entwicklungen in die Praxis zu überführen. Es stehen bereits eine Vielzahl moderner Technologien bereit, um zu einer zielgenaueren und bedarfsangepassten Düngepraxis zu gelangen.

Insbesondere in Regionen mit großen Tierbeständen und vielen Biogasanlagen sind große Nährstoffüberschüsse durch Wirtschaftsdünger zu verzeichnen, die das Grundwasser gefährden. Es muss die Praxis überdacht werden, zusätzlich Wirtschaftsdünger aus unseren Nachbarländern zu importieren. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung, die Überschüsse zu reduzieren, hatten nur geringen Erfolg. In der nächsten Legislaturperiode muss eine sachgerechte Lösung gefunden werden, die Nährstoffüberschüsse sicher vermeidet und praktikabel in der Umsetzung ist. Dafür bieten die Vorschläge der Wissenschaftler gute Ansätze. Ein ideologisches Beharren auf alten Regelungen wird dem Ernst der Lage nicht gerecht.

Deutschland ist aufgrund der europäischen Wasserrahmenrichtline (WRRL) verpflichtet, Oberflächen- und Grundwässer zu schützen und bis 2015 in einen guten chemischen Zustand zu versetzen. Dazu zählt nach der geltenden Trinkwasserverordnung, dass die Nitratgehalte im Trinkwasser eine Konzentration von 50 mg/L im Grundwasser nicht überschreiten dürfen. Umfangreiche Messungen haben gezeigt, dass Stickstoffeinträge in Oberflächengewässer hauptsächlich durch das Grundwasser erfolgen und die Hauptquelle für Nitrate und ähnliche Stickstoffverbindungen ist inzwischen die Landwirtschaft.

 

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