Landwirtschaft

Dienstag, 3. September 2013
Happach-Kasan: Große Schweinebetriebe schneiden bei der Biosicherheit besser ab als kleinere Betriebe

Happach-Kasan: Große Schweinebetriebe schneiden bei der Biosicherheit besser ab als kleinere Betriebe

Berlin, den 03.09.2013: Zu den Forschungsergebnissen der Tiermedizinerin Sophia Kluthe von der Tierärztlichen Hochschule Hannover über die Qualität der Umsetzung von Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungsbetrieben mit unterschiedlicher Bestandsgröße und der Schlussfolgerung, dass große Schweinebetriebe bessere Ergebnisse erzielt haben als mittelgroße Betriebe, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Die FDP sieht sich in Ihrer Auffassung bestätigt, große Schweinehaltungen bedeuten kein höheres Risiko als kleinere. Entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere ist das Hygiene- und Betriebsmanagement, nicht die Größe des Stalls. Das Mobilisieren der Grünen gegen größere Tierhaltungen ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt und widerspricht dem Anliegen des Tierschutzes.

Die Ergebnisse der Doktorarbeit von Frau Sophia Kluthe machen deutlich, dass die grüne Forderung nach kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Betrieben mit möglichst kleinen Tierzahlen wissenschaftlich nicht haltbar ist. Laut der Studie sind größere Betriebe im Bereich Seuchenprophylaxe und Tiergesundheit häufig besser und professioneller aufgestellt. Die FDP hat diesen Standpunkt zurecht in den Verhandlungen zur AMG-Novelle und zum Tierschutzgesetz immer wieder vertreten. So schneiden insbesondere Betriebe mit mehr als 700 Mast- oder Aufzuchtplätzen oder Zuchtbetriebe mit mehr als 150 Sauenplätzen (entsprechend Anlage 3 der Schweinehaltungshygieneverordnung) besser ab als kleine Betriebe (20 bis zu 700 Mast- oder Aufzuchtplätze oder 3-150 Sauenplätze, nach Anlage 2). Die Autorin stellt fest, dass insbesondere bei den Best-Practice-Standards große Betriebe deutlich mehr Biosicherheitsmaßnahmen haben als die restlichen Betriebsgrößen. Dadurch wird die derzeitige Risikoklassifizierung nach Bestandsgrößen in starkem Maße in Frage stellt. Außer einer Evaluierung der Risikoklassifizierung fordert die FDP deshalb, für kleinere Betriebe vermehrt Beratungs- und Schulungsmaßnahmen zur Biosicherheit anzubieten.

Die Studie zeigt zudem, dass die eingängigen Vorschriften überarbeitet und erweitert werden sollten. Denn viele Faktoren zur Risikobeurteilung eines Tierbestandes sind nicht gesetzlich oder in den Leitlinien des QS-Systems festgeschrieben, obwohl sie für eine verbesserte Biosicherheit von Tierbeständen von Bedeutung sind. QS sollte die Ergebnisse der Studie schnell in ihre Leitlinien einfließen lassen, insbesondere vor dem Hintergrund der Verschärfungen im Arzneimittelrecht.

In ihrer Studie hatte Frau Kluthe 100 ausgewählte schweinehaltende Betriebe vor Ort durch eine mehrstündige Bestandsbesichtigung daraufhin kontrolliert und beurteilt, wie gut sie die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen für eine gute landwirtschaftliche Praxis umsetzen. Sie hat hierfür eigens einen Fragebogen erstellt, der 29 Fragen umfasst und die sechs Themenkomplexe Tierverkehr, Personenverkehr, Fahrzeugverkehr, Nachbarschaft/ Umgebung, Diagnostik und „Gemischtes“ abfragt. Dabei werden sowohl die bereits existierenden gesetzlichen Vorschriften wie auch Best-Practice-Standards, die entweder erweiterte gesetzliche Anforderungen sind oder noch nicht reglementierte Risikofaktoren umfassen, geprüft.

 

Quelle: Sophia Kluthe: „Untersuchungen zur Biosicherheit in ausgewählten Schweinebetrieben in einem Landkreis in Nordrhein-Westfalen zur Erarbeitung von risikoorientierten Beratungs- und Überwachungsstrategien“

Hannover, Tierärztliche Hochschule, Dissertation, 2013

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