Grüne Gentechnik | Landwirtschaft

Freitag, 6. September 2013
Happach-Kasan: Aigner verabschiedet sich von wissenschaftsorientierter Politik

Happach-Kasan: Aigner verabschiedet sich von wissenschaftsorientierter Politik

Berlin, 06.09.2013. Anlässlich der Kritik, die Bundesministerin Ilse Aigner gestern am Kurs der FDP zur Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft geäußert hat, erklärt die ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel Happach-Kasan:

Mit ihrer nicht wissenschaftlich begründete Haltung zur Gentechnik wendet sich Frau Aigner gegen die wissenschaftliche Vernunft, die Realitäten in der Landwirtschaft und die Politik ihrer Parteifreunde von der CDU. Überall dort, wo gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut wurden, wurden die Erwartungen erfüllt, in Europa z. B. in Spanien auf über 138.000 Hektar. Ilse Aigner verkennt dass Gentechnik längst Alltag ist. Jeder trägt Hemden hergestellt aus GVO-Baumwolle und isst Käse, hergestellt mit Enzymen von gentechnisch veränderten Organismen.

Frau Aigners Verbot der Maissorte MON810 ist pure Ideologie. Insbesondere in Bayern wurde in umfangreichen Versuchen nachgewiesen, dass der Anbau dieser Maissorte naturverträglich ist, bei der Fütterung dieselben Ergebnisse erzielt werden wie mit herkömmlich gezüchtetem Mais. Es trifft zu, dass viele Menschen in Deutschland der Gentechnik skeptisch gegenüber stehen. Deswegen setzt sich die FDP für eine umfassende Kennzeichnung ein, damit die Menschen wissen, wenn Gentechnik auf ihrem Teller landet. Frau Aigner hat sich leider in der EU mit der Forderung nach einer Prozesskennzeichnung nicht durchsetzen können. Vorurteile zu bedienen widerspricht der Politik der Aufklärung. In einer repräsentativen Dimap-Umfrage spricht sich in Deutschland die Mehrheit der jungen Menschen dafür aus, den Landwirten die Freiheit zu geben, selbst über den Anbau zugelassener Sorten zu entscheiden. Es gibt keinen Grund, den Landwirten diese Freiheit zu verwehren.

Wir können es uns nicht leisten, die Möglichkeiten, die uns die Biotechnologie eröffnet, ungenutzt zu lassen. GVO-Pflanzen bieten ein enormes Potential: Es wurden Sorten entwickelt, die höhere Erträge bei geringerem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erbringen und höhere Lebensmittelsicherheit garantieren. Die Kartoffel, die gegen die Krautfäule (Phytophthora) resistent ist, wird von vielen Landwirten mit Sehnsucht erwartet. Dieses Potential aus rein ideologischen Gründen abzulehnen und die Einführung dieser Pflanzensorten zu verhindern, ist daher schlicht menschenverachtend. Weltweit hungern etwa 800 Millionen Menschen; eine weitere Milliarde ist mangelernährt. Moderne Pflanzenzüchtung, einschließlich der Nutzung biotechnologischer Methoden, ist unverzichtbar, um den Herausforderungen zu begegnen, die der Hunger in der Welt und der Klimawandel an uns stellen.

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