Fischerei

Mittwoch, 31. März 2004
Drastischer Rückgang der Aalbestände in Deutschland

Die Fischerei-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN, erklärt anläßlich der Anfrage "Zukunft der Aalzucht und Aalfischerei' an die Bundesregierung: Die Ursachen für den drastischen Rückgang der natürlichen Aalbestände konnten bislang nicht hinreichend geklärt werden. In einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung erkundigt sich die FDP-Bundestagsfraktion jetzt über den Zustand der Aalbestände in Deutschland, über Fang-, Import- und Exportmengen, über Forschungsprojekte zur künstlichen Nachzucht und über Maßnahmen, um den Rückgang der Aalbestände aufzuhalten. Es gibt Hinweise, dass eine Hauptursache für den Rückgang dieses traditionellen deutschen Speisefischs die verstärkte Entnahme von Jungaalen, den sogenannten Glasaalen, ist. Besonders ostasiatische Staaten wie die Volksrepublik China kaufen seit mehreren Jahren große Mengen Glasaal auf dem europäischen Markt ein, um sie in ihren eigenen Aquakulturen aufzuziehen. Dadurch stieg der Kilopreis für den Glasaal in den vergangenen 5 Jahren von etwa 200 Euro auf heute fast 400 Euro an. Die deutsche Binnenfischerei kann die Kosten für den bislang üblichen Glasaalbesatz bereits heute nur noch eingeschränkt aufbringen, was zur Verminderung des Besatzes der Gewässer mit Glasaalen führte. Eine künstliche Nachzucht des Europäischen Aals gestaltet sich wegen des komplexen Wanderverhaltens des Fisches und seiner langwierigen Entwicklungszyklen momentan noch sehr schwierig. Die in deutschen Gewässern verbliebenen Aalbestände werden durch die Ausbreitung einer tödlich verlaufenden Fischkrankheit, die durch den Schwimmblasenwurm Anguillicola crassus verursacht wird, weiter geschwächt. Die nach wie vor starke Zunahme des Kormorans in Deutschland setzt in einigen Regionen den Aalen ebenfalls zu. Die FDP setzt sich für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen zum Erhalt des Europäischen Aals ein. Hierzu gehören Maßnahmen auf europäischer Ebene, die den überproportionalen Export von Glasaalen einschränken, die Verbesserung der derzeitigen Besatzmethoden in der deutschen Binnenfischerei als auch die Förderung von Forschungsprojekten zur künstlichen Aalnachzucht und die Weiterentwicklung der Aquakultur.

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