Landwirtschaft

Montag, 3. Juni 2013
Happach-Kasan: Einführung eines freiwilligen Lieferverzichts für Milcherzeuger ist nicht praktikabel

Happach-Kasan: Einführung eines freiwilligen Lieferverzichts für Milcherzeuger ist nicht praktikabel

Berlin, 03.06.2013. Zum heute und morgen stattfindenden Milcherzeugerprotest des European Milk Board (EMB) gegen die Milchmarktpolitik der EU erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel Happach-Kasan:

Die Einführung eines freiwilligen Lieferverzichts im Zuge der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist nach Ansicht der FDP ungeeignet, um Krisen auf dem Milchmarkt zu begegnen. Milchbauern können sich freiwillig dazu verpflichten, wenn sie dies wollen, aber der Staat kann und darf dies nicht organisieren. Eine Regulierung von Milchmengen ist nur sehr langfristig effizient möglich. Deshalb ist ein kurzfristiger Produktionsverzicht seitens der Milchbauern nicht praktikabel. Es ist ein Gebot des Tierschutzes, Milchkühe regelmäßig zu melken. Bereits produzierte Milch nicht auf den Markt zu bringen, käme hingegen Lebensmittelverschwendung gleich. Angesichts eines steigenden Bedarfs an Milch und Milchprodukten ist es wenig sinnvoll, wenn deutsche Betriebe jetzt ihre gute Marktposition aufs Spiel setzen.

Um nach dem Auslaufen der Milchquote in 2015 einen stabilen Milchmarkt zu schaffen, müssen Landwirte und Molkereien Verhandlungen über Lieferverträge auf gleicher Augenhöhe führen. Beide müssen flexibler auf Angebotsschwankungen reagieren können. Die Molkereien sollten zudem stärker auf die Veredlung setzen. Ein Blick über die Grenzen zeigt beispielsweise, dass Molkereien in Italien pro Liter Milch eine deutlich höhere Wertschöpfung erzielen als heimische Molkereien. Das trägt zur Stabilität der Milchpreise bei. Dadurch rentieren sich langfristig Investitionen in die Veredlung.

Es ist zu erwarten, dass in der Zukunft der Milchpreis stärkeren Schwankungen unterliegt hervorgerufen durch regionale, saisonale und internationale Einflüsse. Doch nicht jede Preissenkung bedeutet gleich eine Krise.

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