Schleswig-Holstein

Freitag, 17. Mai 2013
Erwiderung auf die Leserbriefe „Unsinnige Behauptungen” und „Nur drei Prozent Strom aus Energiepflanzen”

Erwiderung auf die Leserbriefe „Unsinnige Behauptungen” und „Nur drei Prozent Strom aus Energiepflanzen”

Wir können die Energiewende nur schaffen, wenn wir nicht nur die Stromproduktion im Auge haben, sondern insbesondere auch die Wärmeproduktion, für die in Deutschland die Hälfte des Primärenergieverbrauchs verwendet wird. Ich freue mich, dass der grüne Kreistagsabgeordnete mir zustimmt, dass die Verwertung von Biogas in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeproduktion vorteilhaft ist. Aber wir müssen immer die Kostenentwicklung im Blick haben. Es ist schon denkwürdig, wie schnell sich die Grünen von ihrer eigenen Gesetzesidee distanzieren, sobald ihre Vorstellungen in die Kritik geraten. Die Befreiung von energieintensiven Unternehmen von der EEG-Umlage wurde von Jürgen Trittin eingeführt, um diese Betriebe nicht im Wettbewerb zu benachteiligen. Damals betrug die Umlage nur ein Cent, jetzt ist sie fünfmal so hoch. Wenn sie damals notwendig war, ist sie es jetzt umso mehr. Welchem Arbeitnehmer hilft es, wenn der Strompreis gesenkt wird, aber der Arbeitsplatz futsch ist. Die Sondervergütung für den Anbau von Energiepflanzen stammt ebenfalls aus grüner Feder. Wir haben in dieser Legislaturperiode erstmalig die Nutzung von Mais als Energiepflanze begrenzt, die Nutzung der Wärme zur Verpflichtung gemacht und damit die Effizienz der Energieproduktion gesteigert. Sein Lob auf die Photovoltaik berücksichtigt nicht, dass ohne Sonne kein Strom produziert wird und deswegen Reservestrom notwendig ist. Wir hatten 2012/2013 mit 96 Sonnenstunden in drei Monaten den dunkelsten Winter seit 60 Jahren. Das zeigt, wie wichtig zusätzlich zur Nutzung fluktuierender Energiequellen noch immer die Nutzung fossiler Brennstoffe oder eben Biogas für die Stromproduktion ist.

In der Tat nutzen wir in Deutschland 21% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen. Das sind 2,5 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dort werden u. a. Kartoffeln für die Produktion von Industriestärke angebaut, Raps für Biodiesel und Eiweißfutter, Ölpflanzen für Schmierstoffe, Flachs und Hanf für Dämmplatten und eben auch Energiepflanzen für Biogasanlagen. Dies ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie und ein notwendiger Schritt, um die Abhängigkeit der Wirtschaft vom endlichen Rohstoff Erdöl zu mindern. Stickstoff ist eine Grundlage pflanzlichen Wachstums. Stickstoffdünger ist teuer. Bis 2000 stieg der Absatz von mineralischem Stickstoffdünger in Deutschland, seither ist er mit Schwankungen rückläufig. Dies zeigt, dass es in der Landwirtschaft gelungen ist, diesen Dünger effizient einzusetzen. Dieser Prozess muss fortgesetzt werden, denn das Nachhaltigkeitsziel beim Stickstoffaustrag ist noch nicht erreicht.

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