Landwirtschaft

Donnerstag, 16. Mai 2013
Happach-Kasan: Alter Wein in neuen Schläuchen – keine zukunftsweisenden Impulse für die Landwirtschaft

Happach-Kasan: Alter Wein in neuen Schläuchen – keine zukunftsweisenden Impulse für die Landwirtschaft
Berlin, 16.05.2013. Zur Vorstellung des TA-Projekts „Ökologischer Landbau und Biomasseproduktion” im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung erklärt die ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel Happach-Kasan:
Auf die Verringerung des Fleischkonsums zu hoffen, um mehr Biomasse ökologisch anzubauen, ist blauäugig. Der Bericht bestätigt die geringeren Erträge im Ökolandbau im Vergleich zu moderner Landwirtschaft. Bei einer weiteren Steigerung des ökologischen Landbaus hat dies einen höheren Bedarf an landwirtschaftlich genutzter Fläche zur Produktion der gleichen Menge an Biomasse zur Folge. Der zusätzliche Flächenbedarf durch Umstellung auf den ökologischen Landbau auf 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird auf 800 000 Hektar Fläche geschätzt. Dies entspricht etwa der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Schleswig-Holstein. Angesichts der erheblichen Konkurrenz um landwirtschaftliche Nutzflächen, ist nicht zu erkennen, woher diese Flächen kommen könnten. Im Bericht werden unter anderem die Verringerung des Fleischkonsums und die Reduzierung der Lebensmittelverluste empfohlen, um diesen zusätzlichen Flächenbedarf zu kompensieren.
Der Berichterstatter sah eine „Umgestaltung der Agrarpolitik mit höheren umweltpolitischen Anforderungen an die Landbewirtschaftung” als erforderlich an. Konkrete Vorschläge dafür wurden nicht gemacht. Innovationen im Ökolandbau mit dem Ziel der Steigerung der Effizienz wurden nicht thematisiert. Es wurde auch nicht thematisiert, ob die flächenbezogene Förderung überhaupt das richtige Instrument ist, um eine geringere Beeinträchtigung der Umwelt zu erzielen. Landwirtschaft dient der Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten wie beispielsweise Weizen, Mais oder Raps. In allen Produktionsbereichen ist es Ziel einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaft, die Beeinträchtigung der Umwelt pro Produktionseinheit zu mindern. Das sollte auch in der Landwirtschaft gelten. Dann ist jedoch die Förderung pro Flächeneinheit nicht zielführend und das derzeitige Nachhaltigkeitsziel von einem Anteil von 20% Ökolandbau sollte nicht aufrecht erhalten werden. Insgesamt stellt der Bericht Bekanntes dar und bietet wenig Neues. Die in der Diskussion gestellten Fragen wurden nicht beantwortet.

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