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Mittwoch, 20. Februar 2013
Happach-Kasan: Experten bestätigen Novelle des Bundesjagdgesetzes

Happach-Kasan: Experten bestätigen Novelle des Bundesjagdgesetzes

Berlin, 20.2.2013. Zu heutigen Expertenanhörung im Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die notwendige Novellierung des Bundesjagdgesetzes aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte erklärt die forstpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Das bisherige deutsche Jagdrecht und die Verpflichtung für Grundbesitzer, Mitglied in einer Jagdgenossenschaft zu sein, haben sich viele Jahre bewährt. Die Stärkung der Eigentumsrechte durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) macht eine Änderung notwendig. Denn nach dem EGMR-Urteil müssen Grundeigentümer die Jagd auf ihren Flächen, die kleiner als 75 Hektar sind, nicht mehr dulden, wenn sie glaubhaft ethische Gründe vorbringen können. Die Experten aus Wissenschaft, Umwelt- und Jagdverbänden haben den vorliegenden Gesetzentwurf zur Umsetzung des Urteils einhellig begrüßt.
 
Die Novelle des Bundesjagdgesetzes wahrt eine ausgewogene Balance zwischen den Interessen von Grundeigentümern, die die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, und den Interessen der Allgemeinheit. Die Hürden für eine Befriedung von Grundstücken aus ethischen Gründen sind nachvollziehbar und gut begründet. Die Eigentumsrechte Dritter werden ebenso wie Seuchen- und Tierschutzaspekte oder Belange der Naturschutzes gegenüber den Vorgaben des EGMR angemessen berücksichtigt. Daran gibt es nach Aussagen der Experten keinerlei Zweifel.

Wir leben in einer Kulturlandschaft, die weitgehend von den menschlichen Ansprüchen an die Natur geprägt ist. Deshalb können Wildtierbestände nicht sich selbst überlassen werden, wie dies in unbewohnten Regionen möglich ist. Bei uns ist ein Wildtiermanagement erforderlich. Eine nachhaltige und sachgerechte Waldbewirtschaftung ist nur mit angepassten, durch Jagd und Hegemaßnahmen regulierten Tierbeständen möglich. Der von der FDP benannte Forstwissenschaftler Professor Sven Herzog wies zurecht darauf hin, dass die Entwicklung des Jagdwesens in Deutschland eine Folge aus den Lehren der Zeit nach 1848 sei, als eine Übernutzung vieler Wildtiere erfolgte, die regional sogar zur Ausrottung führte. Deshalb ist die Jagdgenossenschaft, in Verbindung mit der Verantwortung des Grundeigentümers für die Hege gleichsam eine Privatisierung des Artenschutzes für die Arten, die dem Jagdrecht unterliegen. Sie ist eine bewährte Grundlage für das Management unserer Wildtiere.

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