Schleswig-Holstein | Fischerei

Freitag, 8. Februar 2013
Happach-Kasan: Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik auf dem richtigen Kurs


Anlässlich der ersten Lesung zur Grundverordnung des Reformpaketes zur Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) im europäischen Parlament erklärt die fischereipolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:
 
Das Europäische Parlament hat mit seinem Beschluss zur Reform der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) die richtige Richtung vorgegeben. Eine große Mehrheit hat sich für eine ambitionierte Reform ausgesprochen. Dies ist ein deutliches Zeichen an den Rat. Die christlich-liberale Koalition hat mit ihrem Antrag zur GFP-Reform im Deutschen Bundestag der Bundesregierung bereits einen ähnlich ehrgeizigen Auftrag erteilt. Die FDP begrüßt, dass in Brüssel wesentliche Forderungen des Bundestages aufgegriffen und beschlossen worden sind. Jetzt kommt es darauf an, dass Kommission, Parlament und die reformfreudigen Staaten sich gegen die Bremser aus den großen Fischereinationen in Süd- und Westeuropa durchsetzen.

Ziel ist es, dass die europäischen Fischerbestände so bald wie möglich, spätestens aber bis 2020, nach dem Prinzip des maximalen Dauerertrages (MSY) bewirtschaftet werden. Dafür müssen mehrjährige Bewirtschaftungspläne für alle wirtschaftlich genutzten Fischbestände erarbeitet werden. Die Bestandsentwicklung von Scholle oder Hering in Nord- und Ostsee, wo bereits mehrjährige Managementpläne in Kraft sind, zeigt, dass eine Ausrichtung der Fischerei auf den maximalen Dauerertrag auch im Interesse der Fischer ist. Die deutschen Fischer haben in den letzten Jahren gravierende Einschnitte bei den Quoten ertragen müssen, aber die jetzt erhöhten Fangquoten zeigen, dass sich die Mühen gelohnt haben.

Die FDP unterstützt die Bundesregierung auf nationaler und europäischer Ebene, schnellstmöglich eine nachhaltige, bestandserhaltende Bewirtschaftung der europäischen Fischereiressourcen zu erreichen und die Fangkapazitäten mit den vorhandenen Beständen in Einklang zu bringen. Das Prinzip der relativen Stabilität muss erhalten bleiben, damit Staaten, die ihre Fischereiflotte den vorhandenen Fischbeständen angepasst haben, nicht im Nachteil sind. Bei der notwendigen Reduktion übergroßer Fangflotten ist mit starkem Widerstand zu rechnen. Dies gilt insbesondere in den Ländern, in denen es nur wenige alternative Erwerbsmöglichkeiten gibt.

Das Problem der Rückwürfe unerwünschter Beifänge von Arten ohne fischereiliche Bedeutung oder untermaßigen Fischen muss differenziert gelöst werden. Für Arten mit großen Überlebenschancen nach dem Rückwurf sollte dieser weiterhin möglich sein. Für alle anderen muss das Anlandegebot gelten. Weiter ist es dringlich, neue und selektivere Fangmethoden zu entwickeln und die wissenschaftliche Datengrundlage zu verbessern. Die Fischerei muss dabei unterstützt werden, sich mit modernen, schadstoffarmen Schiffen und besserem Fanggerät an die neuen Vorgaben anzupassen. Dies gilt vor allem für die kleine, traditionelle und handwerkliche Küstenfischerei, die maßgeblich unsere Küstenregionen prägt und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.

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