Landwirtschaft

Mittwoch, 30. Januar 2013
Happach-Kasan: Neonicotinoide sachgerecht bewerten

Happach-Kasan: Neonicotinoide sachgerecht bewerten

Berlin, 30.01.2013. Zur heutigen Beratung im Bundestagsausschuss für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über mögliche Auswirkungen
von Neonicotinoiden auf Nichtzielorganismen erklärt die agrarpolitische
Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln genügt in Deutschland höchsten
Ansprüchen. Dies schließt nicht aus, dass es sinnvoll ist, weitere Erkenntnisse zu ihrer Anwendung zu gewinnen. Die von der EFSA aufgeworfenen Fragestellungen hinsichtlich der Anwendung von Neonicotinoiden müssen daher sorgfältig bearbeitet werden. Befunde im Labor müssen durch Feldversuche abgesichert werden. Eine im Labor ermittelte Gefährdung von Insekten bedeutet nicht automatisch, dass dies auch für die Anwendung der entsprechenden Insektizide im Freiland gilt.

Die Beizung von Samen mit systemisch wirkenden insektiziden Wirkstoffen ist
eine gute Methode, um Schadorganismen zu bekämpfen, weil dadurch
Nichtzielorganismen geschont werden. Voraussetzung dafür ist, dass die
Beizung sachgerecht  durchgeführt wird und beim Säen der Abrieb und das
Entstehen von Staub vermieden werden. Nach dem Vorfall in 2008, als der
Abrieb von gebeiztem Samen viele Bienenvölker schädigte, ist die Beizung
verbessert worden, so dass mit heutigem Verfahren gebeizte Samen einen
solchen Vorfall ausschließen.
 
Neonicotinoide haben als insektizide Wirkstoffe das Potential, Bienen zu
schädigen. Deshalb müssen strenge Auflagen sicherstellen, dass eine
Bienenschädigung auszuschließen ist. Dies ist seit dem Vorfall von 2008
hinsichtlich der Beizung gelungen. Die Universität Hohenheim und das
Julius-Kühn-Institut haben mit ihren Untersuchungen des Guttationswassers
von Rapspflanzen festgestellt, dass durch die Beizung kein unvertretbares
Risiko für Bienen und auch nicht für Bienenvölker entsteht. Angesichts sehr
geringer Funde von Neonicotinoiden durch das Bienenmonitoring erscheint es
zumindest plausibel, dass die Rapsbeizung keine Gefährdung für Bienen
darstellt. 

Saatgutbeizung ist ein wichtiges Instrument im Bereich des Pflanzenschutzes.
Die Landwirtschaft benötigt den gezielten und sachgerechten Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln. Landwirte und Imker sind aufeinander angewiesen und
profitieren voneinander. Beiden Berufsgruppen ist geholfen, wenn sie ihre
unterschiedlichen Interessen anerkennen und entsprechend handeln. Miteinander sprechen ist besser als übereinander zu reden.

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