Grüne Gentechnik | Landwirtschaft

Dienstag, 29. Januar 2013
Happach-Kasan: Stopp der Fortuna-Kartoffel weiterer Rückschlag für den Forschungsstandort Deutschland

Zur Ankündigung des Chemiekonzerns BASF, wegen der großen Widerstände in Deutschland seinen Zulassungsantrag für die gentechnisch optimierte Kartoffelsorte Fortuna zurückzuziehen und die Entwicklung in Deutschland einzustellen, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christel HAPPACH-KASAN:

Es ist ein schwerer Rückschlag für die Landwirtschaft und den Umweltschutz, dass die BASF die Zulassung der Kraut- und Knollenfäule-resistenten Kartoffelsorte Fortuna aufgibt. Damit erhält der Industrie- und Forschungsstandort Deutschland eine weitere Quittung für die innovationsfeindliche Haltung in der Agrar- und Biotechnologieforschung. Dies muss ein Alarmzeichen für die Bundesregierung sein. Wir brauchen in Deutschland dringend eine zukunftsorientierte, wissensbasierte Diskussionskultur, denn Gentechnik ist Alltag.

Selbst Freisetzungsversuche zu Forschungszwecken von gentechnisch optimierten Pflanzen sind in Deutschland nur noch mit unvertretbar hohem Aufwand durchführbar. Sogar Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen für medizinische Zwecke wurden in den letzten Jahren durch kriminelle Feldzerstörungen und Angriffe gegen Wachpersonal massiv beeinträchtigt. Aber Forschung zum Selbstzweck, ohne die erzielten Ergebnisse anwenden zu können, kann sich kein Unternehmen leisten. Daraus zieht die BASF die leider derzeit einzig sinnvolle Konsequenz. Mit dem Exodus von Spitzenforschung und Produktion geht uns nicht nur die Wertschöpfung verloren, sondern auch Berufschancen für gut ausgebildete, junge Menschen.

Die FDP setzt sich für ein gesellschaftliches Bekenntnis zur verantwortungsvollen Forschung und Nutzung der Grünen Gentechnik ein. Wir benötigen einen allgemein getragenen Kommunikationsprozess, um der gesellschaftlichen Abwehrhaltung mit Aufklärung zu begegnen. Wir müssen die bekannten Vorteile und den Nutzen für die Gesellschaft hervorheben und gleichzeitig Ängste und mögliche Risiken offen und transparent diskutieren. Wir haben die Kraft der Argumente auf unserer Seite. Die Wissenschaftler sind sich weltweit einig, dass die Herausforderungen durch den Klimawandel, eine steigende Weltbevölkerung und den zunehmenden Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen ohne große Fortschritte bei der Pflanzenzüchtung nicht zu bewältigen sind. Nur mit neuen Techniken wird es gelingen, die Landwirtschaft dabei nachhaltiger und zukunftsfähiger aufzustellen.

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