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Freitag, 25. Januar 2013
Happach-Kasan: Energetische Nutzung von Biomasse ist wichtig für die Energiewende

Happach-Kasan: Energetische Nutzung von Biomasse ist wichtig für die Energiewende

Berlin, 25.01.2013. Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2013 in Berlin erklärte Christel Happach-Kasan, ernährungs- und agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, auf der Podiumsdiskussion des 10. Internationalen Fachkongresses für Biokraftstoffe mit dem Thema „Biokraftstoffe - eine gute Wahl! Die Rolle der Biokraftstoffe im Rahmen der Energiewende”:

Um die Energiewende zu bewältigen und fossile Brennstoffe zu ersetzen, brauchen wir die Biomasse als eine Quelle für Strom- und Wärmeproduktion und Kraftstoffherstellung. Dabei muss vor allem ein Schwerpunkt  auf die Nutzung von Reststoffen aus der Land- und Ernährungswirtschaft gelegt werden. Diese Forderung unterstreicht der Beschluss des FDP-Präsidiums vom 26. November 2012, in dem Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Biokraftstoffmarkts im Zusammenhang mit den Problemen der Welternährung vorgeschlagen werden. Bei der energetischen Nutzung von Biomasse hat die Verwendung als Kraftstoff ebenso eine Berechtigung wie ihre Nutzung zur Stromproduktion. In Deutschland fahren über 40 Mio. PKW mit hoch entwickelten Verbrennungsmotoren auf den Straßen, die nicht in kurzer Zeit durch Elektromobile ersetzt werden können.

In Zeiten steigender Nahrungsmittelpreise muss auch in Europa durch konsequente Verwertung von Reststoffen eine Konkurrenz zwischen der Produktion von Nahrungsmitteln und energetisch genutzter Biomasse vermieden werden. Deutschland ist inzwischen Weizen-Importland. Durch unsere Importe tragen wir zur Verteuerung von Brotgetreide bei und verschärfen so die Nahrungsmittelsituation in den ärmsten, auf Importe angewiesenen Ländern. Gleichzeitig sind gerade bei der Verwendung von Rapsöl als Treibstoff die Verwendung der Koppelprodukte wie dem Rapsschrot als wertvolles Tierfutter mit zu berücksichtigen.

Die FDP spricht sich daher dafür aus, die Nutzung von Reinbiokraftstoffen aus heimischer Produktion angemessen zu fördern und auf starre Beimischungs-quoten wie bei E10 zu verzichten. Des Weiteren sollte die Erfolgsgeschichte von Biogasanlagen, in denen Reststoffe aus Land- und Ernährungswirtschaft genutzt werden und die Stromproduktion mit der Wärmenutzung effizient gekoppelt ist, fortgeschrieben werden. Der wissenschaftliche Beirat des BMELV hatte schon 2007 auf die gute Ökobilanz von Holz aus Kurzumtriebsplantagen aufgrund von geringsten CO2-Vermeidungskosten und hoher Flächeneffizienz hingewiesen. Es ist bedauerlich, dass die wichtige Rolle von Energieholz aus ökologisch wertvollen Kurzumtriebsplantagen (KUP) in diesem Zusammenhang nicht ausreichend genutzt wird. Die FDP setzt sich für einen verstärkten Ausbau von KUP ein, um unter anderem die Teller-Tank-Problematik zu entschärfen.

Bei der Nachhaltigkeitszertifizierung gibt es Nachbesserungsbedarf. Wir brauchen eine gegenseitige Anerkennung auf EU-Ebene und eine Ausdehnung auf weitere Produkte. Es ist nicht sinnvoll, für den Kraftstoff nur nachhaltig zertifiziertes Palmöl zuzulassen und für den Ernährungssektor auf eine  Zertifizierung zu verzichten. Es müssen indirekte Landnutzungsveränderungen (iLUC = indirect Land Use Change) vermieden werden. Die aktuelle iLUC-Regelung ist jedoch nicht praktikabel und muss überarbeitet werden.


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