NaWaRo / Wald

Montag, 17. Mai 2004
Demographische Perspektive bis zum Jahr 2020: Schleswig-Holstein muss familienfreundlicher werden

Nach einem Bericht des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung sinkt die Bevölkerung in Deutschland bis zum Jahr 2020 von heute ungefähr 80 Millionen um ca. 10 Millionen Menschen. Für Schleswig-Holstein geht das Berlin-Institut davon aus, dass die Bevölkerung bis 2020 mit nur -0,5 Prozent nur leicht schrumpfen wird. Der größte Verlust wird für die kreisfreien Städte Flensburg, Neumünster, Kiel und Lübeck prognostiziert. Profitieren werden laut Bericht besonders die südlichen Kreise Schleswig-Holsteins von dem Zustrom relativ wohlhabender, gut ausgebildeter, junger Menschen, die in Hamburg arbeiten, sich aber den Traum vom eigenen Haus im Grünen zu vertretbaren Preisen erfüllen wollen. Darauf ist Schleswig-Holstein schlecht vorbereitet. Der Bericht bescheinigt allen schleswig-holsteinischen Kreisen und Städten ein schlechtes Kinderbetreuungsangebot. Laut Berlin-Institut ist Schleswig-Holstein trotz seiner landwirtschaftlichen Prägung nicht so kinderfreundlich wie ländliche katholische Regionen in Bayern oder Niedersachsen. Das Geburtendefizit, das 2001 bei 4.000 Personen lag, wird sich bis 2020 auf 17.000 Menschen erhöhen. "Auf je 100 Kinder unter sechs Jahren entfallen nur 50 bis 60 Krippen- und Kindergartenplätze. Das ist ein Armutszeugnis', so die schleswig-holsteinische FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan. "Ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuung ist notwendig, damit Familien Kinder und die Berufstätigkeit beider Eltern miteinander vereinbaren können. Erwerbstätige Mütter und Väter zahlen mehr Steuern ein, als die Betreuung ihrer Kinder kostet. Schleswig-Holstein liegt mit seiner Gesamtnote 3,76 im Vergleich der Bundesländer auf Platz sechs zusammen mit Niedersachsen. Die ersten Plätze belegen Baden-Württemberg und Bayern, gefolgt von Rheinland-Pfalz, Hessen und Brandenburg. Von den schleswig-holsteinischen Kreisen haben die besten Noten die Kreise Stormarn (3,23), Segeberg (3,27), Rendsburg-Eckernförde (3,32), Nordfriesland (3,36) und Herzogtum Lauenburg erhalten. Bei den Kreisen Stormarn und Segeberg liegt das im wesentlichen am guten Abschneiden im Bereich Wirtschaft und bei dem Kreis Nordfriesland im Bereich Fremdenverkehr. Im Tourismus verzeichnet Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern die zweithöchsten Übernachtungszahlen je Einwohner. Davon profitieren vor allem die küstennahen Regionen und die holsteinische Schweiz. "Das Ergebnis zeigt, dass wir in Schleswig-Holstein von der Wirtschaftskraft der Metropole Hamburg leben und bedeutende Potenziale im Tourismus und in der Land- und Ernährungswirtschaft haben. Wir müssen auf unsere Stärken setzen und bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen, damit wir attraktiver werden', so Dr. Christel Happach-Kasan.

Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

Alle Meldungen zum Thema