Landwirtschaft

Freitag, 30. November 2012
HAPPACH-KASAN: Experten unterstützen Regierungspläne für weniger Antibiotika in der Tierhaltung


Anlässlich der Anhörung des Bundestagsagrarausschusses zur 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes erklärt die agrar- und ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Ziel der Novelle des Arzneimittelgesetzes ist es, darauf hinzuwirken, Tierhaltung und Antibiotikaeinsatz zu optimieren, um die Bildung multiresistenter Keime in der Tierhaltung zu vermindern. Die Experten unterstützten in der Anhörung mehrheitlich den im Gesetz verfolgten Ansatz. Für jeden Betrieb sollen Kennzahlen zum Antibiotikaverbrauch erhoben werden. Betriebe, deren Kennzahlen den Durchschnitt deutlich überschreiten, werden verpflichtet, ihre Haltungsbedingungen zu verbessern und durch Hygienemaßnahmen den Bedarf an Antibiotika zu vermindern. Die Anhörung hat ergeben, dass für eine Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung, eine verstärkte Zusammenarbeit von Landwirten, Tierärzten und Behörden erforderlich ist. Die Kennzahlen verbessern die Möglichkeiten der Eigenkontrolle durch die Tierhalter und schaffen Anreize für weitere Verbesserungen der Haltungsbedingungen. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige Erhöhung des Tierwohls. Antibiotika werden weiterhin in der Tierhaltung zur Behandlung erkrankter Tiere gebraucht. Die FDP lehnt ein Verbot oder starre Minderungsziele ab, denn sie entsprechen nicht der von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlichen Situation. Eine Änderung des Dispensierrechts sieht der Gesetzesentwurf hingegen nicht vor.

Ein weiterer zentraler Punkt der Novelle ist es, Tierärzte verstärkt in das Bestands- und Hygienemanagement einzubinden. Sie sollen auffälligen Betrieben helfen, einen verbindlichen Managementplan zur Reduzierung ihres Medikamentenverbrauchs zu erstellen. Erst wenn diese nicht greifen, erfolgen in einem zweiten Schritt behördliche Anweisungen. Die FDP begrüßt, dass die Fachkompetenz der Tierärzte nicht nur zur Verschreibung von Medikamenten sondern auch zur Beratung genutzt wird. Das wird allerdings nur gelingen, wenn Beratungsleistungen angemessen entlohnt werden.

Die Erhebung der Daten muss an bestehende Systeme ankoppeln und darf nicht zu doppeltem bürokratischen Aufwand führen. Es wird eine Herausforderung sein, aus den Daten die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. In der Anhörung wurde deutlich, dass alle Maßnahmen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes Kosten verursachen. Den Antibiotikaeinsatz somit die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu verringern und hat seinen Preis. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich daher darauf einstellen, in Zukunft mehr für Fleischprodukte bezahlen zu müssen.

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Freitag, 4. Januar 2013
Fakten statt Ideologien - Novelle des Arzneimittelgesetzes weist den Weg zur Verringerung des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung weiter lesen

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