Ernährung | Landwirtschaft

Donnerstag, 15. November 2012
Happach-Kasan: Fettsteuer hat sich nicht bewährt – Dänemark schafft sie ab

Happach-Kasan: Fettsteuer hat sich nicht bewährt – Dänemark schafft sie ab

Berlin, 15.11.2012. Zur Bekanntgabe des dänischen Finanzministeriums, die 2011 eingeführte Steuer auf Lebensmittel mit erhöhtem Fettgehalt zum neuen Jahr wieder zu streichen, erklärt die ernährungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Steuern und Abgaben auf vermeintlich ungesunde Lebensmittel oder Inhaltstoffe zu erheben, ist nach Ansicht der FDP falsch. Die Erfahrungen, die Dänemark mit der im Oktober 2011 eingeführten Abgabe auf Lebensmittel mit Fettgehalten über 2,3 Prozent gemacht hat, bestätigen unsere Position. Weder konnte ein Wandel im Ernährungs- und Verbraucherverhalten der dänischen Bevölkerung erreicht werden, noch hat die Abgabe zu nennenswerten Zusatzeinnahmen des Staates geführt. Gleichzeitig war der bürokratische Aufwand riesig. Die Entscheidung der dänischen Regierung, die Steuer wegen offensichtlichen Misserfolges wieder abzuschaffen, ist die einzig richtige.

Kein Lebensmittel ist für sich gesehen gut oder schlecht. Zucker und Fette sind wichtige und geschmacksbestimmende Bestandteile unserer Lebensmittel. Ihr maßvoller Verzehr ist Teil gesunden Essens. Zudem hat jeder Mensch einen individuellen Stoffwechsel: So ist beispielsweise die Butterstulle bei dem Einen Teil des gesunden Frühstücks, beim Anderen kann sie zum Übergewicht beitragen. Auch ist die Vorliebe für Zucker angeboren. Die Besteuerung und die damit erzielte Verteuerung bestimmter Bestandteile von Lebensmitteln ist ein bürokratischer Irrweg.

Die Erfindung neuer Steuern lenkt von einem wesentlichen Problem einer ungesunden Lebensweise ab: Die Ursache vieler Wohlstandskrankheiten, zum Beispiel Diabetes Typ 2, ist zu wenig Bewegung. Schon einfache Umstellungen im Alltag, wie beispielsweise Treppen steigen statt den Fahrstuhl benutzen, helfen, Übergewicht zu vermeiden. Es ist entscheidend, Kinder an eine gesunde Lebensweise mit guter Ernährung und Sport heranzuführen. Bereits in der Schule müssen wir unseren Kindern das notwendige Wissen zu Lebensmitteln und gesunder Ernährung vermitteln, damit sie später entsprechend handeln. Der aufgeklärte und mündige Verbraucher kann die Entscheidung über seine Ernährungsweise selbst am besten treffen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine objektive Information der Unternehmen über die von ihnen hergestellten Lebensmittel.

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