Landwirtschaft | Schleswig-Holstein

Dienstag, 6. November 2012
Happach-Kasan: Mehr Forschung im Bereich Tierhaltung notwendig

Happach-Kasan: Mehr Forschung im Bereich Tierhaltung notwendig

Berlin, 05.11.2012. Bei den derzeit debattierten Änderungen des Tierschutzgesetzes wie auch des Arzneimittelgesetzes sind das Tierwohl und der Tierschutz wichtige Anliegen. Dr. Eckhard Boll, der Direktor des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, führte die FDP-Bundestagsabgeordnete Christel Happach-Kasan mit ihren Begleitern aus dem Kreisverband Plön durch das Zentrum und erläuterte die Forschungsvorhaben wie auch die Ausbildung junger Landwirte. 45% der landwirtschaftlichen Wertschöpfung wird in Schleswig-Holstein in der Rinderhaltung erzielt. Daher ist eine an der landwirtschaftlichen Praxis orientierte Verbesserung des Managements der Rinderhaltung ein wichtiges Ziel der Versuchsarbeit in Futterkamp. Dazu gehören beispielsweise die Optimierung der Fütterung wie auch der Haltungsbedingungen.  

Ein weiteres Thema der Gespräche war die sogenannte Faktorenerkrankung bei Milchvieh. Zur Analytik dieser insbesondere in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auftretenden Erkrankung hat sich in Schleswig-Holstein ein Verbund gebildet und einen Fragenkatalog für betroffene Betriebe ausgearbeitet. Es besteht die Vermutung, dass eine Vergiftung durch das von Clostridien gebildete Gift Botulinus eine mögliche Ursache der Erkrankung ist. Happach-Kasan betonte, dass bei der Erforschung dieser in allen Bundesländern auftretenden Krankheit insbesondere das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gefordert sei. Das erste Forschungsvorhaben, gefördert vom Bund in Höhe von 3 Mio. Euro, sei wenig erfolgreich gewesen, ein zweites Forschungsvorhaben sei im vergangenen Jahr begonnen worden.  Bei der vom FLI durchgeführten Laborvergleichsuntersuchung habe sich gezeigt, dass die derzeit verwendete Diagnostik für Clostridien unsicher ist und noch erheblicher  Verbesserungsbedarf besteht. Für Happach-Kasan ist es wichtig, die Beratung landwirtschaftlicher Betrieb zu verbessern, um die Erkrankung zu vermeiden.

Ende 2018 wird die betäubungslose Ferkelkastration nicht mehr erlaubt sein. Drei Alternativen werden diskutiert und bundesweit erprobt: die Kastration unter Betäubung, die Impfung gegen Ebergeruch und die Ebermast. In allen Fällen werden für landwirtschaftliche Tierhalter höhere Kosten entstehen. In Futterkamp ist eines der Schwerpunktthemen die Ebermast. Sie ist eine ernst zu nehmende Alternative zur Ferkelkastration. Es besteht jedoch die Befürchtung, dass Eber, von denen etwa 5% einen penetranten Ebergeruch entwickeln, bei der Schlachtung nicht erkannt werden und den Verbraucherinnen und Verbrauchern den Appetit auf Schweinefleisch verderben. In jedem Fall wird erwartet, dass diese gesetzliche Änderung den Trend zu größeren Betrieben verstärken wird.

Höhere Standards in der landwirtschaftlichen Tierhaltung führen zu höheren Kosten. Verbraucherinnen und Verbraucher können bessere Standards in der Tierhaltung durch ihr Kaufverhalten unterstützen. Das freiwillige Tierwohllabel soll ihnen bei ihrer Kaufentscheidung helfen. Die Kriterien dafür wurden auf wissenschaftlicher Basis festgelegt. Futterkamp ist dabei, in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzbund die für das Tierwohllabel erforderlichen Bedingungen zu erfüllen, um seine Produkte entsprechend vermarkten zu können. Die Preissteigerung wird moderat sein. Happach-Kasan unterstützt das freiwillige Tierwohllabel: „Die Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher werden ernst genommen und gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit, mit ihrer Kaufentscheidung Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist dabei, dass die Kriterien für das Tierwohl sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren, ohne diese zu vermenschlichen. Das Engagement von Futterkamp ist Garant für eine praxisorientierte Handhabung.” von links: Herr Jörg-Peter Siegel vom FDP-Kreisverband, der Leiter Herr Dr. Eckhard Boll, Christel Happach-Kasan, Herr Rolf Jürgen von Haake vom FDP-Ortsverband Plön und Frau Gabi Killig, ebenfalls vom FDP-Kreisverband

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Freitag, 4. Januar 2013
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