Landwirtschaft

Freitag, 28. September 2012
HAPPACH-KASAN: Ursache des Bienensterbens muss weiter erforscht werden

Zur Studie britischer Wissenschaftler über den fehlenden Zusammenhang von Völkersterben bei Honigbienen und dem Einsatz von modernen Pflanzenschutzmitteln erklärt die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan:

Der Befall mit der Varroa-Milbe stellt für Bienenvölker die größte Bedrohung dar. Deswegen setzt sich die FDP dafür ein, dass für ihre Bekämpfung die Verwendung von 85%iger Ameisensäure zugelassen wird, um die Milben weiter zurückzudrängen. Imker und Naturschützer sehen insbesondere in modernen Pflanzenschutzmitteln wie den Neonicotinoiden eine Gefährdung der Bienengesundheit. Neue Ergebnisse einer britischen Wissenschaftlergruppe zeigen, dass sie nicht Ursache des weltweit auftretenden Völkersterbens bei Honigbienen sind. Eine französische Studie, die dies mit Experimenten gezeigt haben wollte, konnte jetzt widerlegt werden. Die Forschungsarbeit zur Gesundheit der Honigbiene muss ergebnissoffen erfolgen. Denn die richtige Analyse der Ursachen von Gesundheitsgefährdungen der Völker ist eine wichtige Voraussetzung, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Gegen Insekten wirkende Pflanzenschutzmittel sind grundsätzlich bienengefährlich. Nach dem großen Bienensterben im Rheingraben im Jahr 2008, das durch falsch gebeiztes Maissaatgut verursacht wurde, hatte die zuständige Bundesanstalt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit neue und verschärfte Vorschriften erlassen. Bei sachgerechtem Einsatz sind Schäden bei Bienenvölkern heute größtenteils auszuschließen. Wichtig ist dabei eine gute Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern, bei der Landwirte die besonderen Erfordernisse des Bienenschutzes bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln anerkennen und Imker ebenfalls die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen akzeptieren. Beide profitieren von einer konstruktiven Zusammenarbeit.

Moderne Pflanzenschutzmittel werden bei der Zulassung sorgfältig auf ihre Toxizität gegenüber Bienen geprüft. Eine Gefährdung der Honigbiene und anderer Nutzinsekten soll weitestgehend vermieden werden. Dafür wurden zahlreiche strenge Vorschriften erlassen. Dennoch ist weitere Forschung sinnvoll, um unbekannte Wechselwirkungen auszuschließen und selektivere Insektizide zu entwickeln. Die Hersteller sind hier auf einem guten Weg, wie das neue „Bee HealthCare Center” in Monheim zeigt.

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