Fischerei

Montag, 7. Juni 2004
Durch verbesserte Fischereitechniken die drohende Ausrottung des Schweinswals in der Ostsee verhindern

Die Fischereiexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, erklärt zur Antwort der Bundesregierung auf ihre Kleine Anfrage "Vereinbarkeit von EU-Fischereipolitik und Arten- sowie Tierschutz von Schweinswalbeständen in der Ostsee": Die FDP-Fraktion fordert eine Gleichbehandlung von deutschen und dänischen Fischern. Nach Paragraph 2, Absatz 2 der Bundesdeutschen Seefischereiverordnung dürfen derzeit nur kleine deutsche Kutter (unter 250 Bruttoregistertonnen) außerhalb der Drei-Meilen-Zone in der Ostsee fischen; für dänische Fischer gilt diese Beschränkung nicht. Es gibt keinen Grund, diese Ungleichbehandlung fortzuführen. Da es nicht möglich gewesen ist, für skandinavische Kutter eine Beschränkung der Größe einzuführen, sollte die bestehende Begrenzung für deutsche Kutter aufgehoben werden. Der Schutz der Schweinswale in der Ostsee kann nur erreicht werden, wenn alle Ostseeanrainer ihre Fischereimethoden darauf ausrichten, Beifänge möglichst zu vermeiden. Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich für fischereitechnisch verbesserte Maßnahmen ein, um einen nachhaltigen Bestandsschutz der Schweinswale in der Ostsee zu ermöglichen. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein wurde der Schweinswal in der Ostsee intensiv bejagt; starke Eiswinter in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dezimierten die deutschen Walbestände zusätzlich. Der verstärkte Einsatz von polychlorierten Kohlenwasserstoffen in den 1950er und 1960er Jahren, sowie die gleichzeitige Zunahme der Treib- und Stellnetzfischerei, führten zum weiteren Rückgang der Walpopulation. In der westlichen und der zentralen Ostsee ist die Schweinswalpopulationsdichte auf einige hundert Wale geschrumpft. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig und bislang nicht eindeutig erforscht. An den Stellnetzen angebrachte akustische Vergrämer (sogenannte Pinger), die heute zum Schutz der Kleinwale im Einsatz sind, stellen auf Grund schlechter Handhabbarkeit und wegen vergleichbar hoher Anschaffungskosten keine geeignete Methode zur Reduzierung des Schweinswalbeifangs dar. Daher setzt sich die FDP-Bundestagsfraktion für die weitere Erforschung und Erprobung bereits bestehender Alternativen, wie z. B. reflektive Netze und andere geeignete Fischereitechniken, zur Verminderung der Schweinswalbeifänge ein.

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